Wie kollidieren Galaxien?
HALLE/MZ. - Fünf hallesche Projekte landeten in verschiedenen Kategorien auf dem ersten Platz - vier davon allein vom Georg-Cantor-Gymnasium, das sich zudem über einen Schulpreis freuen durfte.
Die wissenschaftliche Spanne der Sieger-Projekte vom Georg-Cantor-Gymnasium war enorm: Pauline Ahrens baute zum Beispiel mit ihrer zwölfjährigen Freundin Henrietta Weinberg einen wärmespeichernden Käfig für ihre Hasen: "Wir hatten die Idee, als es im Januar so kalt war und unsere Haustiere im Außenkäfig gefroren haben", sagt die elfjährige Pauline.
Manchmal waren die Forschungen auch dem Lehrplan der Cantor-Schule entnommen und dann experimentell weitergeführt worden: Jenny Blockus und Susanne Hartkopf erklärten mit ihrem Projekt zum Beispiel, weshalb bestimmte Eiweiße die Behandlung von Diabetikern beeinträchtigen können - erster Platz in der Kategorie Biologie für die beiden 18-Jährigen.
Ein Schreckensszenario lieferten Patrick Lühne und Christoph Sterz, Sieger in der Kategorie Informatik: Sie programmierten eine Software, die anschaulich auf dem Computerbildschirm die Kollision zweier Galaxien simuliert. "Dabei würde alles Leben vernichtet werden", sagt der 17-jährige Patrick. Allerdings dauere es noch mehrere Millionen Jahre, bis unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße, so etwas zustoße, so sein 18-jähriger Forscherkollege Christoph.
Erfolgreichster Jungforscher war jedoch Mike Bohrer vom Südstadt-Gymnasium. Sein Projekt "Hilfe für Helfer" analysierte die Sichtbarkeit von THW-Kräften im Einsatz und erhielt neben dem Sieg in der Kategorie "Arbeitswelt" den Sonderpreis der Halloren-Schokoladenfabrik, wo am Nachmittag die Preisverleihung stattfand.
Zu den Geehrten gehören auch Nachwuchsforscher aus Quedlinburg, die den Bakterienbefall an ihrer Schule untersuchten. Ein Schüler der Landesschule Pforta wagte sich gar an die Frage, wie man den Treibhauseffekt verringern kann und holte prompt Platz Eins. Insgesamt konnten 38 Projekte in der Halle des Patenunternehmens begutachtet werden. In ganz Sachsen-Anhalt stieg die Zahl der Jungforscher von 160 auf 247 in Bezug zum Jahr 2004. Die Erstplatzierten der insgesamt drei regionalen Wettbewerbe in Sachsen-Anhalt präsentieren ihre Forschungen zunächst am 1. April beim Landeswettbewerb. Die Sieger treten dann beim Bundeswettbewerb an.
Die Preisverleihung forderte dann den Tüftlern noch etwas Geduld ab. Allein die Danksagung an die Sponsoren nahm zwei Drittel der Zeit in Anspruch. Die Sieger nahmen es gelassen: "Wir waren so aufgeregt, da ging die Zeit eh schnell rum", sagte ein Jungforscher.