Vom Radio zu GZSZ

Vom Radio zu GZSZ: Ex-MDR-Moderatorin gastiert in beliebter Fernseh-Soap

Halle (Saale) - Die meisten Sachsen-Anhalter kennen ihre Stimme nur aus dem Radio: Nadine Kallenbach arbeitete lange bei MDR Jump und der Jugendwelle Sputnik in Halle. Doch nun ist die beliebte Moderatorin auch im Fernsehen zu sehen. In Deutschlands bekanntester Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, kurz GZSZ. Die 37-jährige gebürtige Berlinerin, die inzwischen nicht mehr für den MDR, sondern für den RBB arbeitet und in ihre Heimatstadt zurückzog, war am 17. Januar in Folge 6.929 zu sehen. Titel: ...

Von Oliver Müller-Lorey

Die meisten Sachsen-Anhalter kennen ihre Stimme nur aus dem Radio: Nadine Kallenbach arbeitete lange bei MDR Jump und der Jugendwelle Sputnik in Halle. Doch nun ist die beliebte Moderatorin auch im Fernsehen zu sehen. In Deutschlands bekanntester Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“, kurz GZSZ. Die 37-jährige gebürtige Berlinerin, die inzwischen nicht mehr für den MDR, sondern für den RBB arbeitet und in ihre Heimatstadt zurückzog, war am 17. Januar in Folge 6.929 zu sehen. Titel: „Eiskalt.“

Ex-MDR-Sputnik-Moderatorin spielt Rolle bei GZSZ

„Ich spiele Gloria und bin gerade auf der Mauerwerk-Toilette, als ich Leon, gespielt von Daniel Fehlow, am Waschbecken treffe. Ich finde ihn auf Anhieb attraktiv, komme mit ihm ins Gespräch und möchte ihn gern auf einen Kaffee einladen“, erzählt Kallenbach von ihrer Rolle. Das „Mauerwerk“ ist ein Club in der Serie. „Leider ist Leon derzeit unglücklich verliebt, seine Herzensdame hat gerade einen anderen Mann geheiratet.“

Mit ihrem Auftritt erfüllte sich die Moderatorin, die die TV-Sendung seit ihrem Start im Jahr 1992 verfolgt, einen echten Jugendtraum. „Ich saß schon mit neun Jahren mit meiner Mami jeden Abend vorm Fernseher. Es gab Zeiten, da bin ich zwischen 19.40 und 20.15 Uhr nicht ans Telefon gegangen, weil ich gerade GZSZ schaute.“

Moderatorin übte ihren Text für Rolle bei GZSZ tagelang vor dem Spiegel

Zu ihrem Auftritt kam die 37-jährige Mutter zweier Kinder, weil sie in einer Casting-Agentur ist. Die sucht immer mal wieder Kleindarsteller für Sender. Eines Tages habe das Telefon geklingelt und sie sei gefragt worden, ob sie eine kleine Rolle bei GZSZ übernehmen wolle. „Lange überlegt habe ich nicht. Na klar wollte ich!“ Auf das Angebot folgte die Vorbereitung.

Tagelang übte Kallenbach ihren Text vorm Spiegel. Dass sie als lockere Radiomoderatorin täglich Hunderttausende Zuhörer erreicht und weiß, wie es ist, wenn alle zuhören, war sicher hilfreich - könnte man denken. „Ich war richtig aufgeregt.“ Am Drehtag ging es morgens zum Studio nach Babelsberg und erst einmal zwei Stunden in die Maske.

Als Redakteurin und Moderatorin beim rbb

„Einmal im Studio, in der Maske, dort sein, wo sonst nur die Schauspieler aus meiner Lieblingsserie hin kommen. Das war einmalig“, erinnert sie sich. Nicht einmalig bleiben soll hingegen ihr Auftritt im Fernsehen. Sollte noch einmal eine Anfrage kommen, sei sie sofort dabei.

Bis dahin müssen Fans von Nadine Kallenbach sich damit begnügen, sie nur zu hören. Das geht beim Sender „rbb 88.8“, wo sie als Redakteurin und Moderatorin vor und hinter den Kulissen arbeitet. „Manchmal schreibe ich die Texte für die Moderatoren, plane Themen für die Morningshow, manchmal stehe ich im Studio und moderiere. Es ist ein angenehmer Wechsel."

Hallenser waren unfassbar freundliche, hilfsbereite und herzliche Menschen

Ein Wechsel, der auch einen Umzug von Leipzig nach Berlin nötig machte. Vor zwei Jahren zog sie mit ihrem Mann und den zwei Kindern in die Hauptstadt. Ihr neuer Wohnort Köpenick erinnere sie mit dem vielen Grün und Wasser an Leipzig.

Doch manchmal kommt auch bei Kallenbach ein wenig Heimweh auf. „Die Leipziger und Hallenser waren unfassbar freundliche, hilfsbereite und herzliche Menschen, die mir in den 13 Jahren unfassbar ans Herz gewachsen sind.“ (mz)