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Umbau Halle-Neustadt Umbau Halle-Neustadt: Adieu alte Platte

Von Peter Godazgar 18.12.2014, 08:32
Baustelle Walter-Gropius-Weg: Die vierte Etage wird komplett weggerissen, außerdem Teile der dritten Etage - dort werden in den Lücken Dachterrassen entstehen.
Baustelle Walter-Gropius-Weg: Die vierte Etage wird komplett weggerissen, außerdem Teile der dritten Etage - dort werden in den Lücken Dachterrassen entstehen. Günter Bauer Lizenz

Halle (Saale) - Testfeld Neustadt: Die neueste Nachricht zum Umbau des Plattenbauviertels kommt nun von der Gesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien Halle-Neustadt mbH (GWG). Das Unternehmen wird den Wohnkomplex Walter-Gropius-Weg 1-9 mit großem Aufwand aufpeppen. Das zugehörige Schlagwort lautet „Individualisierung von Wohnraum“. In der Umsetzung heißt das: Die Zahl der Wohnungen schrumpft, die Wohnungsgrößen hingegen wachsen.

Bisher gibt es im Gropius-Weg 1-9 immerhin 85 Wohnungen - nach dem Umbau sollen es nur noch 44 sein, die zudem komplett neu geschnitten sein werden: Es entstehen Zwei- bis Fünf-Raum-Wohnungen, die zwischen 50 und 91 Quadratmeter groß sein werden. Vor allem die Bäder (sieben Quadratmeter) und Küchen (bis zu zwölf Quadratmeter) sollen geräumiger werden. Hinzu kommt eine neue Balkonanlage sowie für einige Wohnungen eine Dachterrasse, die immerhin rund 20 Quadratmeter groß ist.

Seit Herbst laufen bereits Abrissarbeiten: Das komplette vierte Geschoss verschwindet, außerdem Teile der dritten Etage. Natürlich werden auch Heizungs- und Elek-troanlagen modernisiert; Warmwasser wird künftig über Solarthermie erzeugt. Ende kommenden Jahres sollen die neuen Mieter einziehen.

Rigorose Eingriffe

Damit nimmt die GWG in Neustadt bereits das dritte Projekt dieser Art in Angriff: Den Auftakt bildete 2010 das bundesweit beachtete und an die Internationale Bauausstellung gekoppelte Projekt im Oleanderweg samt der sogenannten „Grünen Galerie“; es folgte die Sanierung eines Wohnkomplexes am Rennbahnring. Alle Häuser sind quasi ausgebucht, die Nachfrage war sogar größer als das Angebot. Für GWG-Sprecherin Doris Henning zeigt dies: „Der Standort Neustadt funktioniert, wenn das richtige Angebot im richtigen Umfeld geboten wird.“

Die Platte hat Potenzial, sagt Henning. Man könne heute jene Möglichkeiten nutzen, die die Planer seinerzeit durch das Baukastensystem angelegt hätten - in Gründerzeitvillen seien derart rigorose Eingriffe jedenfalls kaum möglich.

Die Kosten für das Gropius-Projekt liegen bei 4,6 Millionen Euro. Insgesamt hat die GWG im Investitionsplan fürs Jahr 2015 sogar knapp 23 Millionen Euro vorgesehen. Investiert wird unter anderem in neue Balkone und Aufzüge, außerdem - so etwa im Haldenslebener Weg 1-10 und im Punkthochhaus Unstrutstraße 13 - in modernere Heizungsanlagen. (mz)