Sekretärin gewinnt Tanz-WM
Saalekreis/MZ. - Für Berlin hatte sich die 28-Jährige zuvor in mehreren Turnieren qualifiziert. Neue Herausforderungen werden die Sekretärin auch ins Ausland führen. Im Gespräch sind Wettbewerbe in Finnland, Österreich und in Übersee.
Jury entscheidet
Dort ist Line Dance auch zu Hause. Seine Schrittfolgen wiederholen sich je nach Schwierigkeitsgrad meist nach 16, 32, 48, 64 oder 72 Schritten. Internet-Seiten listen bis zu 20 000 Tänze für Paare und Einzelstarter auf. Fortgeschrittene beherrschen oft mehrere hundert Varianten. Seit einiger Zeit geht der Trend dahin, Choreografien zu aktuellen Pop-Songs oder Rock-'n'-Roll-Oldies zu schaffen. Die Auswahl der Tänze für die WM obliegt dem Veranstalter.
Die elf Preisrichter, die in Berlin die 30 Starterinnen aus sieben Ländern in Schäls Leistungsklasse auf Sieg und Plätze setzten, berücksichtigten eine Vielzahl von Kriterien. Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand natürlich die Schwierigkeit der Figuren. Aber auch die Tempi in der Darbietung, die zwischen zwei und drei Minuten dauerte, mussten stimmen. Auch Musik und Show spielten eine Rolle.
Um da im Spitzenfeld mithalten zu können, muss die Sportlerin mindestens drei Mal in der Woche trainieren - auf eigene Kosten. Sponsoren sind Mangelware. Schäl trifft man unter anderem im "Studio 4" und im "Bella Soso", beides am halleschen Kleinschmieden. Das Training läuft nach einem speziell auf sie zugeschnittenen Programm. Trainer sind Kay Schneutzer und Ronny Hörig, einst selbst erfolgreiche Aktive und heute Inhaber einer Tanzschule. Das Duo ist optimistisch, dass die Verwaltungsangestellte im Line-Dance das Beste noch vor sich habe.
Bewegungstalent
Hörig meint: "Martina hat ein außergewöhnliches Bewegungstalent." Das selbst gesteckte Ziel besteht darin, spätestens 2010 um Titel in der obersten Leistungsklasse mitzumischen. Dann wäre die Aktive zwar schon 30 Jahre, aber dass sei bestimmt kein Hindernis. Martina Schäl will es wissen: "Ich arbeite hart an mir." Das bedeutet auch klassisches Ballett, Ausdauer- und Kraftübungen sowie das scheinbar endlose Wiederholen technischer Raffinessen - übrigens auch an den Osterfeiertagen.