Neue Ausstellung Halle Neue Ausstellung Halle: Die bunte Welt der Iris Band

Halle/MZ - Was, wenn einer wie Händel heute leben würde? Man stelle sich vor: Ein kleiner oder gar großer Weltstar, nicht unbegütert, schmachtet fern der Heimat Halle, die er als Jugendlicher verlassen hat, in einer der Weltmetropolen - natürlich immer mit Heimweh im Herzen und mit einer Erinnerung an die Stadt der Kindheit, die in einem großen, sperrigen Bilderrahmen über seinem Sofa hängt. Was für ein Bild wäre das dann - na ...?
Bis 30. November ist die neue Ausstellung in der Galerie in der Kleinen Marktstraße 4 zu sehen. Geöffnet ist sie dienstags bis freitags, jeweils in der Zeit von 11 bis 18.30 Uhr, samstags dagegen bereits ab 10 und bis 15 Uhr. Die Vernissage beginnt heute, 20 Uhr.
Mit der richtigen Antwort auf so eine Preisfrage wäre - wie Halles Kunstfreunde wissen - kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Denn allzu klar ist diese Antwort: Ein großes Halle-Gemälde von Iris Band würde dort hängen - was denn sonst? Wer also vorhat, demnächst mal in die große weite Welt auszuwandern, ist gut beraten, sich schnell noch die neuen Sehnsuchtsbilder der halleschen Malerin anzuschauen. Ab Montag zeigt „Zeitkunst“ sie, und Halles Maler-Philosoph Rüdiger Giebler wird - wie gewohnt gewitzt und kenntnisreich - zur Vernissage in die bunte Welt der Iris Band einführen.
Doch auch für all jene, die in Halle zu bleiben gedenken, hat Iris Band in letzter Zeit wieder fleißig gemalt - Sehnsuchtsbilder auch für sie: Fernweh-Städte nämlich. Und siehe da, beim Vergleich von beidem fallen dem Betrachter mal wieder frappierende Parallelen auf zwischen Halle und den sozusagen restlichen Städten Italiens. Aber auch ein bisschen Frankreich mit Eiffelturm hat Iris Band zu bieten - diese Künstlerin, die fast nur noch in ihrer für sie längst typischen, mit dezent plastischen Elmenten versetzten Mischtechnik ihre bereits von jeher unverwechselbaren Stadtlandschaften zaubert. Ergänzt wird dieses Iris-Band-Pflichtprogramm wieder mit einer Reihe ab- strakter Arbeiten und mit Bildern von Natur im weitesten Sinne, die üppig farbig sind: ein Blumenstrauß oder eine mit allerlei Planschzubehör bedeckte Wasserfläche im Gemälde „Tauchgang“.
Eine interessante und mal ganz andere Facette im Schaffen dieser Künstlerin sind Frauenbilder, die einen Hang zu hintergründigem Witz zum Vorschein bringen. Eine Frau mit Rose, die ihren Namen (mit Rose) zwar nicht tanzt, aber mimt - und eine Dame mit rätselhaftem Zopf, der auch eine Art Flause oder Inspiration sein könnte. Jedenfalls Hallenserinnen sind sie wohl alle - und also durchaus geeignet für Sehnsuchtsbilder.

