Nach Klavier, Schlagwerk und Marimba Nach Klavier, Schlagwerk und Marimba: Wie ein Hallenser nun Meister der Pantam wurde

Halle (Saale) - Es ist ein ganz besonderes Instrument, das Florian Betz in sein Herz geschlossen hat. Manche kennen es als Hang, andere als Pantam. Wer den Musiker dabei erlebt hat, wie er mit den Händen die metallenen, mit Klangfeldern versehenen Schalen bearbeitet, kann sich der Faszination der dabei entstehenden sphärischen Töne kaum entziehen. Betz, gebürtiger Aachener mit deutscher und belgischer Staatsbürgerschaft und nun Wahl-Hallenser, ist ein Meister auf der Pantam oder Handpan, wie das Instrument auch genannt wird.
Pantam klingt gegenüber der Steelpan sehr viel leiser und weicher
Hang indes, erklärt der Musiker, bezeichne das außergewöhnliche Instrument zwar ebenso, sei aber die eingetragene Marke der Schweizer Erfinder der Handpan, so dass der Begriff Hang (Berndeutsch für „Hand“) nur für die von ihnen hergestellten Instrumente gelte. Er selbst, sagt Betz, sei eigentlich mehr durch Zufall durch einen befreundeten Musiker auf die Pantam gekommen. Die wiederum ist aus der Steelpan der Sklaven aus Trinidad/Tobago hervorgegangen.
Doch während die Steelpan mit einem Schlegel bearbeitet wird und laut und rhythmisch daherkommt, klingt die Pantam sehr viel leiser und vor allem weicher. „Ich werde oft nach dem Instrument gefragt“, sagt Betz, der zunächst Geige gelernt und später viel am Klavier und dank der Inspiration durch Bobby McFerrin auch mit der menschlichen Stimme improvisiert hat.
„Meine Musik ist sehr von Improvisation, von Körperwahrnehmung und Bewegung geprägt“
Als Austauschschüler in den USA habe er Bekanntschaft mit der Marimba, ein Instrument Mittelamerikas, gemacht - und nach dem Abi dann Elementare Musik und klassisches Schlagwerk studiert und noch während des Studiums von der Klassik zum Jazz gewechselt.
„Da die Marimba ein sehr großes und sperriges Instrument ist, war ich auf der Suche nach einem kleineren und leichteren, ohne klanglich etwas einzubüßen“, so Florian Betz, der dann schließlich bei der Pantam „hängengeblieben“ ist. „Meine Musik ist sehr von Improvisation, von Körperwahrnehmung und Bewegung geprägt“, sagt der Musiker, der in Halle den „Bewegten Chor“ gegründet hat.
Corona macht es möglich: Straßenmusiktour durch mehrere deutsche Städte
All das könne er im Spiel mit der Pantam einbringen. Die Musikauf dem Instrument sei sehr vielschichtig, so Betz, der in Spielweise und Klangvielfalt viele Parallelen zum Klavier sieht. So entstehen mehrere Melodienzeitgleich unter Betz Händen, und das Publikum fragt sich bei seinen Konzerten, die er oft auch als Straßenkonzerte absolviert, wie das möglich sei.
Coronabedingt gab es für Betz in diesem Jahr kaum Auftritte - einen der wenigen gab es in einer Uraufführung gemeinsam mit dem ebenso außergewöhnlichen Percussionisten Ivo Nitzschke beim Trotzburgfest im Sommer auf der Oberburg Giebichenstein. Nun will Betz eine im Juli begonnene Straßenmusiktour durch mehrere deutsche Städte in Halle beschließen - mit einem Konzert auf Spendenbasis am Samstag auf der Würfelwiese.
››Pantam-Konzert mit Florian Betz, Samstag, 24. Oktober, 17 bis 18 Uhr, Würfelwiese (mz)