MZ vor Ort in Neustadt MZ vor Ort in Neustadt: Hoffen auf eine rasche Sanierung
Halle/MZ/jam/mit. - Die Passagen zwischen Magistralen-Carré und Neustadt-Centrum sind das Sorgenkind vieler Halle-Neustädter. Gern würden Einwohner dort bummeln gehen. Doch viele Ladengeschäfte stehen leer. Zudem sind Gebäude und Galerie sanierungsbedürftig. Hinzu kommt die Tristesse der nahen Hochhaus-Scheiben. Das Neustadt-Centrum mit seinen florierenden Geschäften saugt den Kundenstrom ab. Probleme, die am Mittwoch auch bei "MZ vor Ort" eine Rolle spielten.
Der 23-jährige Andy Ramirez hat eine Erklärung für den Leerstand. Seiner Meinung nach sind die Ladenmieten in der Passage zu hoch. Außerdem fehle es den Neustädtern an Kaufkraft. "Dadurch fehlen wiederum attraktive Angebote." Wolfram Müller lebt seit 30 Jahren in Neustadt und hat die Einkaufs-Passagen mit aufgebaut. Für ihn keine Frage, dass diese schnellstens saniert werden müssten. Gleiches gelte für die Scheiben. Die Zukunft der fünf Plattenbauten könne er sich als Sitz der Stadtverwaltung sowie als Wohnungen für Single vorstellen. Der Taubendreck unter der Passagen-Galerie ärgert Gertrud Kummer. "Die Tauben sind zur Plage und zur Belastung für die Gesundheit geworden", sagt die 62-Jährige. Die Scheiben sollte man aus ihrer Sicht durch den Umbau in attraktive Wohnungen aufwerten.
Was mit den Scheiben und den Passagen geschehen soll, ist zurzeit in der Stadtverwaltung in Diskussion. Mehrere Gestaltungsvorschläge von Architekten liegen vor (die MZ berichtete). Chancen für eine attraktivere Einkaufsmeile ergeben sich insbesondere aus dem Förderprogramm "Urban 21".
Das es im Neustädter Zentrum aufwärts geht, wäre Andrea Spitczak, Mitarbeiterin eines Blumenladens in den Passagen, nur lieb. "Die Scheiben müssen wieder belebt werden", sagt die 33-Jährige. Der Auszug des Finanzamtes sowie der Leerstand von Geschäften und Wohnungen habe Kunden gekostet. "Die Stadt muss etwas machen", meint auch Rentner Siegfried Keßler. Der Zustand der Scheiben sei katastrophal, die Situation in den Passagen kritisch. Weil in Neustadt nichts los sei, verbringt die 13-jährige Anne Gelsdorf viel Zeit in der Altstadt. Positiv seien jedoch die Einkaufsmöglichkeiten im Neustadt-Centrum und ihr Wohnumfeld am Gimritzer Damm. "Es müssten jetzt nur die Fassaden an unseren Häusern noch saniert werden."
Die MZ ist kommenden Mittwoch in der August-Bebel-Straße vor Ort.