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MZ vor Ort in Kloschwitz MZ vor Ort in Kloschwitz: Lastwagen stören Idylle

Von Ralf Böhme 13.08.2003, 16:47

Kloschwitz/MZ. - Dieter Biereigel aus dem Ortsteil Rumpin zählte die Lastzüge. So waren es nach seinen Angaben beispielsweise am 13. Juli zwischen 7 und 13 Uhr 137 dieser Fahrzeuge. Die Ergebnisse seiner privaten Verkehrszählung übermittelte Biereigel der Unteren Verkehrsbehörde. Ein Antwort stehe noch aus. Man wisse lediglich, dass die Transporte mit dem Bau der neuen A 143 zusammenhingen. Die Auswirkungen auf die Anwohner der Straße beschrieb Biereigel so: "Erst poltert es, dann schwankt alles."

Bürgermeister Jan Papendieck (PDS) bestätigte die Darstellung und kritisierte zugleich die Untätigkeit der Behörden, denen die Umstände seit längerem bekannt seien. Die Landstraße, die in den achtziger Jahren einen dünnen und nunmehr brüchigen Asphaltbelag bekam, sei diesen Belastungen nicht gewachsen. Neben Schäden an den Ortsdurchfahrten gebe es - wegen der Erschütterungen - mittlerweile an etlichen Häusern wachsende Risse.

Campingplatz-Betreiber Konrad Rothmeier meinte, dass zumindest ein Tempolimit erlassen werden müsste. Außerdem begreife niemand, so Rothmeier, warum das Landratsamt am Campingplatz nicht einen Überweg für Fußgänger genehmige. Das würde auch mehr Sicherheit für die Besucher der herrlichen Kneipp-Anlage bedeuten, so Manuela Pfeiffer.

Seit einigen Wochen laden neue Becken zum Wassertreten ein, die von zwei Quellen am Saalehang gespeist werden (die MZ berichtete). Erfrischung bietet aber auch eine Kaskade mit weiteren drei Becken auf dem Campingplatz. An heißen Tagen wie am Mittwoch herrscht Hochbetrieb an diesen Attraktionen, die alle nur wenige Meter von der Landesstraße entfernt liegen.

Genau so nahe fließt die Saale. An die Tage, als der Fluss den Campingplatz überspülte, erinnert nichts mehr. Mit Eigenleistungen haben der Pächter und seine Gäste die Schäden beseitigt.

Trotz der Hochwassergefahr loben sie die Saale. "Neuerdings ist sogar das Baden wieder offiziell erlaubt," sagte Hans-Gert Moll, der seit 1981 zu den Stammgästen in Kloschwitz zählt.