MZ-Gespräch mit Eberhard Doege MZ-Gespräch mit Eberhard Doege: «Gebühren dürfen nicht explodieren»
Halle/MZ. - Der 30. Januar brachte für Eberhard Doege die Entscheidung. Halles Stadtrat wählte den CDU-Fraktionschef zum Dezernenten für Ordnung und Sicherheit. Der 58-Jährige kam allerdings erst im zweiten Versuch ans Ziel. Im November des Vorjahres wurde ursprünglich Heinz-Thomas Striegler (SPD) zum Ressortchef gewählt. Da aber Striegler den Posten nicht antrat, wurden die Karten neu gemischt, der Stadtrat entschied sich für den zunächst unterlegenen Doege. Mit ihm unterhielt sich unser Redakteur Andreas Lohmann.
Haben Sie überhaupt noch mit Ihrer Wahl gerechnet?
Doege: Ich hatte für mich entschieden, diese quälende Debatte nicht noch monatelang ertragen zu wollen. So etwas ist auch für die Familie belastend. Die Sache musste im Januar zu Ende gebracht werden, so oder so. Dass ich gewählt werden würde, war vor der Ratssitzung nicht sicher. Die Chancen standen 50 zu 50. Im Sitzungsverlauf zeichnete sich dann aber doch ein klarer Trend in den Meinungen ab. Das hat mich letztlich ein Stück überrascht, zumal die Angelegenheit nach Strieglers Wahl im November ja schon erledigt war für mich.
Sie waren bei Oberbürgermeisterin Ingrid Häußler (SPD) nicht von Anfang an erste Wahl. Wird das die künftige Zusammenarbeit mit ihr belasten?
Doege: Nein. Die Gründe für das Verhalten von Frau Häußler liegen sicherlich im politischen Bereich und nicht in meiner Person. Die OB musste gewisse Rücksicht nehmen auf die Kooperationspartner SPD und PDS im Stadtrat. Und beide hatten kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie andere Vorstellungen über die Stellenbesetzung haben. Deshalb wird es aber keine Probleme in der Zusammenarbeit mit Frau Häußler geben. Das sind zwei paar Schuhe. Nun muss man sehen, wie man gemeinsam das Beste aus dem Wahlergebnis macht. Ich habe nicht den Eindruck, dass es irgendwelche Vorbehalte gegen mich gibt.
Die PDS hatte Sie lange Zeit regelrecht bekämpft...
Doege: Da hat man gesehen, dass es schwierig ist, sich aus einer politischen Funktion heraus, die ich ausgeübt habe, für ein solches Amt zu bewerben. Ich denke, die PDS hat mich nicht als Person abgelehnt. Die hatten von Anfang an gesagt, dass sie niemanden aus der CDU in der Rathausspitze haben wollen. Wer im politischen Bereich tätig ist, muss mit solchen Konflikten umgehen können.
Wann treten Sie Ihr Amt an?
Doege: Am 1. März. Schon in wenigen Tagen werde ich mein Stadtratsmandat niederlegen und bin dann natürlich auch nicht mehr Fraktionsvorsitzender.
Wer wird Ihr Nachfolger?
Doege: Die CDU dürfte mehrere Optionen haben.
Sie werden als Dezernent unter anderem für das Ordnungsamt zuständig sein. Was werden Sie besser machen als Ihr Vorgänger Helmut Roscher?
Doege: In dem Bereich ist sehr viel zu tun. Wir wissen alle, dass das Erscheinungsbild der Stadt noch an vielen Stellen zu wünschen übrig lässt. Es gibt noch viel zu viele Dreckecken. Wir müssen mehr Sauberkeit bekommen. Ich habe da auch noch kein Patentrezept. Zunächst werde ich mir ansehen, welche Ansätze es in der Verwaltung bereits gibt. Bisher habe ich die Dinge ja auch nur von außen beurteilen können.