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1997: Tödlicher Raubüberfall Metro-Mörder in Halle 1997: Tödlicher Raubüberfall auf Geldboten

Von Silvia Zöller 20.07.2017, 12:14
21. Juli 1997: Polizeibeamte versperrten den Blick auf die Opfer an der Metro bei Halle.
21. Juli 1997: Polizeibeamte versperrten den Blick auf die Opfer an der Metro bei Halle. Archiv/Scholtyseck Lizenz

Halle (Saale) - Die Akten zum tödlichen Raubüberfall am Metro-Markt in Peißen aus dem Jahr 1997 sind nicht geschlossen. Der Tatverdächtige Norman Volker Franz ist nach wie vor auf der Flucht. Seine Komplizin saß mehrere Jahre im Gefängnis.

„Vorsicht! Norman Volker Franz ist gewalttätig und bewaffnet. Er macht rücksichtlos von der Schusswaffe Gebrauch.“ Das Bundeskriminalamt (BKA) fahndet weltweit nach dem Mann, der im Juli 1997 kaltblütig zwei Geldboten am damaligen Metro-Markt in Peißen erschossen haben soll. Auch die MZ berichtet berichtete bereits 1997 über den Fall:

Wie gefährlich der damals erst 27-jährige Norman Volker Franz ist, das hat er bei dem Überfall in Peißen gezeigt: Kurz nach 6 Uhr morgens lauerte er dem Geldtransporter auf, wahrscheinlich in einem Zwischenraum zwischen der Geldschleuse und dem Panzerwagen. Ohne Vorwarnung hatte er auf die beiden 48 und 49 Jahre alten Geldboten mit einer großkalibrigen Waffe geschossen.

Während der eine der beiden Männer mit dem Geldkoffer in der Hand starb, wurde der andere im Transporter erschossen. Zeugen hatten beobachtet, dass Franz unmaskiert in ein Fluchtfahrzeug rannte - mit der Beute in Höhe von einer halben Million Mark (250.000 Euro).

In dem grünen Auto flüchteten Franz und seine Ehefrau als später verurteilte Komplizin in Richtung Bitterfeld. Trotz sofort eingeleiteter Großfahndung konnten die beiden nicht gefasst werden - sie hatten sich in einem Hotel in der Nähe eingemietet und wurden dort nicht entdeckt.

Wer mit ganz hoher Wahrscheinlichkeit der Täter ist, war den Ermittlern schon nach gut 14 Tagen klar: Alles deutete auf Norman Volker Franz hin, der als Doppelmörder von Dortmund 1995 in die Schlagzeilen geraten war. Damals war er nach einem Mord an zwei Konkurrenten der Zigaretten-Mafia zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Im März 1997 ermöglichte ihm seiner Ehefrau Sandra die Flucht aus der Justizvollzugsanstalt Hagen, wenige Tage später verübten die beiden einen Raubüberfall auf einen Geldboten in Weimar - auch hier war der Täter ähnlich brutal vorgegangen wie in Peißen, der Mann starb. Zielfahnder spürten das Paar 1998 in Portugal auf - Norman Volker Franz gelang erneut die Flucht, Sandra Franz kam in Halle vor Gericht. Und sie bestätigte den Verdacht der Ermittler: Norman Volker Franz habe die Raubüberfälle geplant und dabei auch geschossen, erklärte sie in ihrem Geständnis.

Während die junge Frau - damals erst 21 Jahre alt - zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt wurde, konnte der Haupttäter bis heute nicht gefasst werden.