1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Halle
  6. >
  7. Kunsthochschule Burg Giebichenstein: Kunsthochschule Burg Giebichenstein: Die "Burg" bekommt neuen Rektor

Kunsthochschule Burg Giebichenstein Kunsthochschule Burg Giebichenstein: Die "Burg" bekommt neuen Rektor

Von MICHAEL FALGOWSKI 19.06.2014, 09:32
Der Akademische Senat der halleschen Kunsthochschule hat Prof. Dieter Hofmann, der sein Amt am 1. Oktober 2014 antreten wird, zum Rektor gewählt.
Der Akademische Senat der halleschen Kunsthochschule hat Prof. Dieter Hofmann, der sein Amt am 1. Oktober 2014 antreten wird, zum Rektor gewählt. Martin Hensel Lizenz

HALLE (Saale)/MZ - Führungswechsel an der Burg Giebichenstein in Halle: Ab Oktober ist Dieter Hofmann neuer Rektor der traditionsreichen und einzigen Kunsthochschule Sachsen-Anhalts. Der seit 2003 an der Hochschule als Professor für Industriedesign lehrende Hofmann wurde am Mittwoch vom akademischen Senat gewählt.

Während die „Burg“ ihren Rektor gewählt hat, bereitet die Martin-Luther-Universität die Wahl ihres neuen Rektors vor.

Universitätsangehörige können der Findungskommission jetzt ihre Kandidatenvorschläge unterbreiten. Die ausgewählten Kandidaten für das Rektorenamt stellen sich am Montag, 30. Juni, ab 18 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung vor. Sie findet im Audimax am Universitätsplatz statt. Am 2. Juli wählt der erweiterte Senat den Rektor oder die Rektorin der größten Hochschule Sachsen-Anhalts. Die Amtszeit des neuen Rektorats beginnt dann bereits am 1. September 2014.

Hofmann löst damit Axel Müller-Schöll ab, der seit knapp vier Jahren Rektor ist. Er habe den Wunsch, sich künftig wieder verstärkt der Lehre und eigenen gestalterischen Projekten zuzuwenden und habe daher auf eine erneute Kandidatur verzichtet, teilte die Hochschule mit.

Jubiläum und Spardebatte

Auf den 54-jährigen Hofmann warten nun vor allem zwei Aufgaben: Die „Burg“ steht vor einem Jubiläumsjahr. 1915 als Kunstgewerbeschule gegründet, wird sie im nächsten Jahr hundert Jahre alt. Zudem wird die heftig geführte Spardebatte im Land auch den neuen Rektor in den nächsten Jahren beschäftigen. „Die Kunsthochschule ist das letzte Refugium für freies Experimentieren in unserer Gesellschaft“, sagt Hofmann, der bereits in Südkorea und Japan gelehrt hat. Die Aufgabe als Rektor sehe er vor allem darin, eine Kultur zu pflegen, dies diese Freiheit schaffe. „Die Internationalisierung der Hochschule muss weiter vorangetrieben werden. Wichtig ist, dass die Absolventen im Land bleiben. So wie wir es mit dem Designhaus bereits praktizieren, das beim Start ins Berufsleben hilft.“ Hofmann freut sich auf dieses Aufgabe als Rektor. Beworben hat sich der gebürtige Bayer zunächst nur, weil sein Vorgänger nicht mehr kandidiert habe, mit dessen Arbeit man an der Hochschule ja sehr zufrieden gewesen sei. „Es wurde nun jemand gebraucht, der vielleicht seine Erfahrungen an der Hochschule hat, der weiß, welche Aufgaben auf ihn zukommen und der auch Lust und Spaß an diesem Amt hat“, sagte Hofmann.

Die Burg, so Hofmann, sei heute mit Ausbildung und Ausstattung sehr gut aufgestellt, rund 1 100 Studenten sind eingeschrieben. Damit hat sich ihre Zahl seit 1990 mehr als verdoppelt. Etwa zwei Drittel von ihnen studieren Design, die anderen Kunst. Am Neuwerk ist ein einzigartiger zentraler Design-Campus entstanden. Gerade wird dort als letzter Baustein eine 6,5 Millionen Euro teure Bibliothek gebaut. Die Kunst-Ausbildung ist dagegen noch auf mehrere Standorte verteilt.