Kleine Lea dankt fleißigen Blutspendern
Halle/MZ/mit. - Lea ist ein Beispiel dafür, wie wichtig, nein, wie lebenswichtig Blutspenden sind. Doch die Zahl der Spender nimmt Besorgnis erregend ab.
"In den vergangenen Jahren hatten wir jeweils etwa 19 000 Blutspender. In diesem Jahr werden wir das nicht erreichen", sagte Karin Richter, Referentin beim Blutspendedienst der Unikliniken, am Rande einer Festveranstaltung für langjährige Blutspender am Samstag. "Wir müssen uns mehr mühen als sonst, um Spender zu gewinnen."
Jugend im Blickpunkt
Als einen entscheidenden Grund nannte die Leiterin des Blutspendedienstes, Dr. Helga Peschke, die Überalterung der Gesellschaft. "Uns fallen Jahr für Jahr mehr Spender raus", sagte sie. Ab einem Alter von 68 Jahren dürfe man kein Blut mehr spenden. Peschke: "Deshalb brauchen wir die Jugend. Doch im jungen Alter schieben die Leute das Thema von sich weg." Ein Problem, vor dem auch andere Blutspende-Einrichtungen stünden. Und dabei wird Peschke zufolge der Bedarf an Blutkonserven in der Medizin immer größer.
Mit gezielten Aktionen versucht die Uni, dem Negativtrend entgegenzuwirken. "Wir gehen in die Gymnasien und sprechen die 18-Jährigen an", so Peschke. Ein Lockmittel dabei sei ein kleiner Obolus zum Abi-Ball. "Wer vier Mal gespendet hat, bekommt von uns 25 Euro", sagte die Medizinerin. Darüber hinaus werden unter anderem Anreize geschaffen, dass aktive Spender weitere Interessenten anwerben. Erfolg versprechend sei auch, im Umfeld von Patienten, denen wie Lea durch Blutspenden geholfen werden konnte, die Werbetrommel zu rühren.
Der Uni-Blutspendedienst hat am Samstag langjährige Spender geehrt, die bereits mehr als 100 Mal zur Ader gelassen wurden. Neben Urkunden und kleinen Präsenten erhielten die Männer und Frauen aber ein Dankeschön besonderer Art: Die kleine Lea hatte mehrere Bilder gemalt und mitgebracht, die sie den Anwesenden vorstellte. Auch ein Lied sang sie den fleißigen Spendern vor.
Bei der Feier kam es zu einem beinahe symbolischen Aufeinandertreffen: Sie, Lea, profitierte in großem Maße von der Spendenbereitschaft anderer. Er, Reinhard Klabunde, ist einer der fleißigsten Blutspender. In den vergangenen 43 Jahren ließ er sich 175 Mal Blut entnehmen. "Während meiner Armeezeit war ich weitere fünf Mal spenden", sagte Klabunde. Insgesamt seien ihm gut 80 Liter abgenommen worden. Weil er 68 Jahre alt wird, kann der Hallenser ab Februar 2007 aber nicht mehr spenden (siehe auch "Ab 18 möglich"). Was Klabunde ehrlich bedauerte: "Schade", dass es dann nicht mehr geht."