Kaninchenfell wärmt schnell
NAUENDORF/MZ. - Angesichts des Wintereinbruchs sorgten solche ganz praktischen Überlegungen auf der nun schon 32. Zuchtschau in Nauendorf für Gesprächsstoff. Aussteller aus der Region präsentierten Preisrichtern und Besuchern im Kultur- und Sportzentrum 235 Kaninchen und 295 Exemplare Federvieh.
Hoher Nutzwert
Punkte und damit im Fall des Falles auch Preise gab es für das Aussehen der Starter. Doch nur Schönheit allein machte den Reiz des Wettbewerbes nicht aus, wie der Meinungsaustausch am Rande zeigte. Selbst Laien verstanden: Wenn Haltung und Maße stimmen, Augenfarbe und Ohrenform perfekt sind, dann besitzt der Züchter auch ein Tier von hohem Nutzwert. Allerdings lasse sich damit, so Kaninchenzüchter Jens Lautenschläger aus Morl, heutzutage nur noch eingeschränkt etwas anfangen. "Während das Fleisch wie ehedem immer einen guten Braten abgibt, wandert das Fell meistens in den Abfall." Wer es vom Fachmann zurichten lassen würde, müsste mit hohen Kosten rechnen. "Da stehen Aufwand und Nutzen in keinem Verhältnis mehr", so Lautenschläger. Und bei Federn, die einst zu einem guten Preis aufgekauft wurden, sehe es inzwischen nicht viel besser aus. Was bleibt, ist das von den unabhängigen Preisrichtern anerkannte hohe Niveau der Zucht im nördlichen Saalekreis. Neben Jens Lautenschläger, der die Rasse "Klein-Silber-Schwarz" präsentierte, beeindruckten auch Maik Hotze aus Trebitz mit seinen "Castor-Rex" und Matthias Fetter, der Mecklenburger Schecken vorstellte. Jeder der Züchter hatte ein Quartett aus den schönsten Tieren ausgestellt und erreichte 386 von 400 möglichen Punkten.
Goldene Ehrennadel
Den meisten Beifall erhielt jedoch ein Nauendorfer für seine Lebensleistung. Über die Goldene Ehrennadel, unter Fachleuten so etwas wie der "Oscar" der Geflügelzucht, konnte sich Hartmut Hammer freuen. Seine Freizeit widmet der ehemalige Gastronom, der früher in der Nauendorfer Bahnhofswirtschaft hinterm Tresen stand, seinen Zwerghühnern. In dieser Disziplin erreichte Hammer im Jahr 1977 einen bis heute in der Gegend rund um den Petersberg legendären Erfolg: Er errang in Leipzig den Titel eines DDR-Meisters. Jetzt gab er sein Geheimnis preis: wenig Fertigfutter, viel Frisches.