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Jubiläumsball in Halle Jubiläumsball in Halle: Köche zelebrierten ihre Künste

Von Ralf Böhme 01.02.2004, 17:00

Halle/MZ. - Einhellige Meinung unter den insgesamt 370 Gästen des Köcheballs, die die Meile der Köstlichkeiten in Augenschein nahmen, war: Um den Koch-Nachwuchs in Halle ist es offenbar gut bestellt. Was die besten Lehrlinge ablieferten, befriedigte auch verwöhnte Gaumen. Und dafür, so der Tenor, haben nicht zuletzt die Ausbilder einen extra Stern an der Kochmütze verdient.

Besonders zufrieden sein konnte Henning Steller, der Maritim-Küchenchef. Für ihn als ehemaligen Koch-Weltmeister und seine Lehrlinge wurde es im wahrsten Sinne des Wortes ein Heimspiel. Der Pokal der Oberbürgermeisterin blieb nach dem Spruch der Preisrichter im eigenen Haus.

Der 19-jährige Christian Somann hatte die Juroren mit seiner Kreation aus Kassler und Lendchen überzeugt. Darüber werden sich auch die Eltern in Tagwerben (Landkreis Weißenfels) freuen, die beide als Koch arbeiten. "Die Liebe zu diesem Beruf liegt bei uns in der Familie", so der Auszubildende im dritten Lehrjahr. Bernd Lücke, Fachlehrer an der Saalkreis-Berufsschule, hob die geringen Punktabstände der Plazierten hervor. "Verlierer gibt es in diesem Wettbewerb nicht."

Insgesamt hatten sich zehn Bewerber beteiligt. Zu ihnen gehörte Maritim-Lehrling Nicole Bühring, die in der Sparte Desserts und Gebäck einen ersten Platz errang. Jochen Näther, der Vorsitzende des Halleschen Kochverbands, ermutigte die Ausbildungsbetriebe im kommenden Jahr noch mehr Lehrlinge als Teilnehmer an der Stadtmeisterschaft zu gewinnen. "Wir haben ein großes Potenzial, es muss aber auch abgerufen werden."

Ähnlich äußerte sich der Präsident der Aargauer Kochgilde, Hannes Hösli, ein langjähriger Freund und Berater des Halleschen Kochverbands. Der Schweizer als Spezialist für Zuckerbäckerei bestätigte den Saalestädtern einen deutlichen Leistungssprung nach vorn. Spitzenköche aus Halles Partnerstadt Karlsruhe waren ebenfalls zu Gast.

Das Lob traf nach dem Geschmack vieler Gäste erst recht auf Spezialitäten zu, die Halles bekannteste Köche geschaffen hatten. Küchenmeister Gustav Matz stellte eine Parade "Marzipan-Köche" vor. Mancher der Betrachter bedauerte, das Kunstwerk nicht fotografieren zu können. Fachleute aus dem Dorint-Hotel überzeugten beispielsweise mit ihrer Wildkreation "Dölauer Heide".

Andrang herrschte unter anderem am Meeresfrüchte-Bufett, wo sich nicht nur Saalkreis-Landrat Knut Bichoel um frische Austern bemühte. Feinschmecker reihten sich auch an den Tischen, wo das Maritim mit einer eindrucksvollen Hummerparade aufwartete. Wie beim Köcheball üblich schwangen die Gäste das Tanzbein bis weit in die Nacht. Erst kurz nach drei Uhr gingen die letzten Lichter aus.