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Im Jagdrevier der Praktika

Von Michael Deutsch 22.07.2007, 16:23

Halle/MZ. - Wiederum andere tippen einfach www.mitteldeutsche-praktikaboerse.de in ihren Computer ein.

Bereits seit drei Jahren ist das Online-Angebot der Mitteldeutschen Praktikabörse im Netz, aber so erfolgreich wie nie. "Derzeit registrieren wir 35 000 Page-Impressions (Seitenabrufe) pro Monat", verkündet Ronald Reifert stolz.

Der 31-Jährige zählt mit seiner Kollegin Sandra Piekarz zu einer siebenköpfigen Projektgruppe namens "Wissenstransfer", die in Kooperation mit der halleschen Martin-Luther-Universität die Vermittlungsdatenbank für Hochschüler betreibt. Projektträger ist der Verein zur Förderung der Kooperation von Wissenschaft und Arbeitswelt in Sachsen-Anhalt. Finanziell getragen wird die Dienstleistung aus Mitteln des Landeswirtschaftsministeriums und des Europäischen Sozialfonds.

"Generell vermitteln wir Praktika, Nebenjobs, berufliche Einstiegsangebote und auch Themen für wissenschaftliche Arbeiten", erklärt Reifert. Als Besonderheit gegenüber Mitbewerbern, die sich im World-Wide-Web tummeln, sei die Dienstleistung kostenlos, außerdem agiere man ausschließlich im mitteldeutschen Raum. "Unsere Angebote richten sich an Hochschüler und Firmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen", legt Projektmitarbeiterin Sandra Piekarz nach und erklärt, dass man mit dieser Systematik auch der Abwanderung von jungen Akademikern entgegenwirken möchte. Einst 2002 als Pilotprojekt in Sachsen-Anhalt gestartet, habe man das Praktika-Angebot sukzessive auf den Mitteldeutschen Raum ausgedehnt, aber eben auch nicht weiter.

"2 500 Studenten und 580 Firmen sind bei uns schon registriert", entnimmt Reifert der Statistik. Die regelmäßige Teilnahme an Bildungsmessen sowie Marketing und Werbung haben sich ausgezahlt. "Seit einem halben Jahr gewinnen wir pro Monat durchschnittlich zwanzig neue Firmen dazu", zieht Sandra Piekarz Bilanz.

Wie sich nun Student und Firma oder umgedreht finden, ist einfach erklärt. Die Personalbeauftragten der Unternehmen könnten ihre Angebote quasi wie an einem schwarzen Brett bekannt machen. "Interessenten treten dann direkt mit den Firmen in Kontakt", so Ronald Reifert. Besonders Erfolg versprechend sei der andere Weg, wenn Hochschüler selbst aktiv würden und ihre Gesuche in der Online-Börse veröffentlichten, Zeugnisse und Lebenslauf eingeschlossen. Über einen solch ausgelegten Köder seien etliche Hochschüler schon an die richtige Firma gekommen, sagt Reifert, der einen Blick auf seine Website wirft. "Gegenwärtig haben wir in unserer Region 127 Praktikaangebote, 35 Stellen für Berufseinsteiger, 31 Nebenjobmöglichkeiten und acht Firmengesuche zur Anfertigung von Diplomarbeiten eingestellt."

Aber ganz klar sind auch im elektronischen Vermittlungsgeschäft Ladenhüter und Schnäppchen zu unterscheiden. "Von den Firmen stark derzeit nachgefragt sind die Leistungen von Informatikstudenten", weiß Reifert. Von Studenten weniger beachtet, sind indes die Angebote von den Finanzdienstleistern.