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Höhnstedt Höhnstedt: Winzer geht in den Ruhestand

Von kornelia privenau 31.03.2014, 21:19
Heinz Baberg sagt „tschüss“.
Heinz Baberg sagt „tschüss“. Jens Schlüter Lizenz

höhnstedt/MZ - „Ich kannte nur den Geschmack von Bier.“ Wer Heinz Baberg kennt, will das nicht glauben. Doch der 77-Jährige würde auch einen Eid auf diese Worte schwören. Alles sei erst anders geworden, als er vor zehn Jahren zusammen mit seiner Frau Ingrid die Straußwirtschaft des Weingutes Born in Höhnstedt, die Kelterbergterrassen übernommen habe. Nun will er aber den Stab weiterreichen an einen Nachfolger. „Man wird ja auch nicht jünger“, sagt er beinahe schuldbewusst. Und die Winzerei samt Straußwirtschaft fordern den ganzen Mann, da kommt man dann schon mal an seine körperlichen Grenzen, fügt er hinzu.

Immer öfter verbinden Winzer und Vereine in ihren Veranstaltungen Kunst mit Wein. Am 5. April findet um 19 Uhr im Kultursaal Höhnstedt eine Jungweinprobe statt. Und am 6. April gibt es mit „Musik und Sprache“ um 16 Uhr ein Konzert in der Kirche Langenbogen, bei dem Kurt Wünsch Geschichten liest. Zur Frühlingswanderung des Weinbauvereins Höhnstedt wird für den 26. April, 10 Uhr, eingeladen. (kpr)

Derzeit ist die Winzerfamilie in Verhandlungen mit einem „Bekannten aus Halle“, der sein Interesse am Wein - kombiniert mit „ein bisschen Entertainment für die Besucher“ - bekundet habe und die Straußwirtschaft gern übernehmen würde, wie Elisabeth Born, Deutschlands Weinprinzessin des Jahres 2011, sagt. Aber wie immer im Leben - gut Ding will Weile haben. Aber die Borns sind sicher: Die Nachfolge von „Opa Heinz“, wie Baberg von allen nur genannt werde, wird spätestens mit Beginn der neuen Saison der Straußwirtschaften am 1. Mai in „trockenen Tüchern“ sein.

Unterhaltung kommt nicht zu kurz

Opa Heinz, das Höhnstedter Original, hinterlässt zweifelsfrei eine Lücke. Der gelernte Einzelhandelskaufmann, Kellner und Diplom-Wirtschaftler war ursprünglich „nur mal eingesprungen auf dem Kelterberg“. Und dann seien zehn Jahr draus geworden. Immer wieder habe er sich mit dem Weinbau beschäftigt, um den Gästen neben Historie und Histörchen, Anekdoten und Klatsch auch handfeste Informationen mitzugeben. Unterhaltungswert garantiert, meint Elisabeth Born. Opa Heinz sei ein fast unerschöpflicher Quell solcher Geschichten. Und gemeinsam mit seiner Ehefrau Ingrid, die in der Küche der Kelterbergterrassen für die kulinarischen Angebote sorgte, hat er eine Tradition geschaffen. „Wenn die erhalten bleibt, bin ich zufrieden“, sagt Baberg. Irgendwie liege ihm die Geschichtsforschung im Blut. Angefangen habe das mit der Suche nach dem Ursprung seiner eigenen Familie und von deren Namen. Literatur, Computer, Archive und vor allem auch Reisen helfen, so viele Fakten wie möglich zu sammeln. Ganze Aktenordner und Fotoalben hat er gefüllt. Und wenn Heinz Baberg bei einem Gläschen guten Weines beginnt zu erzählen, dann darf man sich auf einen langen Abend einrichten.