Handel in der Innenstadt Handel in der Innenstadt: Einigung auf Öffnungszeit
Halle/MZ. - Die Händler der Innenstadt haben sich auf eine einheitliche Kernöffnungszeit geeinigt. "Künftig werden fast alle Läden montags bis freitags bis 19 Uhr öffnen", sagte am Dienstag Detlef Adebahr, Sprecher der Arbeitsgruppe (AG) Handel im Planspiel Innenstadt. Die gemeinsamen Öffnungszeiten sind ein erster Schritt der Händler, um die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen. Er gehört zu einem ganzen Maßnahmenkatalog der AG Handel. In mehr als 40 Punkten wird aufgelistet, was aus Sicht der Händler dringend verändert werden muss.
Fast ein Jahr lang hat sich die Arbeitsgruppe - der Händler, die Industrie- und Handelskammer (IHK), der Verband der Kaufleute und die städtische Wirtschaftsförderung angehören - in dem vom Bundesverkehrsministerium und der Stadt gestarteten "Planspiel Innenstadt" mit Problemen des Handels befasst. Und auch festgestellt, was die Händler selbst tun müssten. "Übersichtliche, einheitliche Öffnungszeiten sind gerade für auswärtige Kunden wichtig", so Adebahr, der eine Parfümerie betreibt. Er sieht es als Erfolg, dass 90 Prozent der Geschäfte in der historischen Altstadt und den traditionellen Einkaufsstraßen bis hin zu Geiststraße und Steinweg bei der Kernöffnungszeit mitmachen. "Werktags bis 19 Uhr oder länger, samstags bis 16 Uhr - das ist ein großer Fortschritt", so Adebahr. Damit dies optimal genutzt werden kann, müsse aber die Havag ihre abendlichen Taktzeiten ändern.
Als nächstes wolle man die Rückerstattung von Parkgebühren angehen. Das Ziel, Schaufenster niveauvoller zu gestalten, werde hoffentlich schon in der Adventszeit erreicht. Weitere Vorschläge: Beteiligung an der Begrünung der Geschäftsstraßen, Teilnahme an Veranstaltungen in der Innenstadt und Stärkung der City-Gemeinschaft.
Doch das Gros der Forderungen richtet sich an die Stadt. "Alle Kräfte müssen auf die Entwicklung der Innenstadt konzentriert werden", so Adebahr. "Schluss mit großflächigen Einzelhandelsansiedlungen an dezentralen Standorten", ergänzt Monika Grebenstein, stellvertretende IHK-Geschäftsführerin und AG-Mitglied. Kritisiert wird das verkehrspolitische Leitbild von 1994. "Danach kann man nicht mehr arbeiten", so Adebahr. Die "starke Bevorteilung" von Bus und Bahn müsse überdacht werden.
Die Verbesserung des Parkleitsystems wird ebenso angemahnt wie eindeutige Hinweisschilder ins Stadtzentrum. Weitere Vorschläge sind Kurzzeitparkplätze auf Hallmarkt und Domplatz, ein besserer Standort der Tourist-Information, Grünpflanzen auf dem Markt, Infopunkte an Stadteingängen, Plätze für Außengastronomie und Sitzmöglichkeiten im Zentrum. "Vieles davon ist nicht neu", räumt Adebahr ein. Doch erstmals gebe es die Chance, dass die Vorschläge umgesetzt werden. Warum? "Bisher kamen wir nie an die Verantwortlichen der Stadt heran. Das hat sich endlich geändert."