Halle Halle: Landsberg bietet Hilfe an
HALLE/MZ. - Sein Vorhaben, auch andere finanzstarke Umlandgemeinden zu einer Unterstützung des Stadionprojektes zu bewegen, stößt zwar weithin auf Skepsis, allerdings gibt es durchaus Zustimmung, was die Unterstützung anderer Projekte in der Saalestadt angeht.
So sieht der Bürgermeister von Landsberg, Olaf Heinrich (CDU), zwar keinen Grund, dass die Saalekreis-Stadt den Stadionbau finanziell unterstützen müsste. Dennoch bestehe ein großes Interesse an einer guten Zusammenarbeit mit Halle, nicht zuletzt bei der Lösung finanzieller Probleme. "Landsberg ist grundsätzlich bereit, jährlich einen nennenswerten Finanzbeitrag zu leisten, der Halles Kulturlandschaft zugute kommt", so Heinrich. Eine entsprechende vertragliche Übereinkunft werde vorbereitet.
"Wir arbeiten mit der Stadt Halle eng bei der Erschließung des Industriegebietes Dölbau zusammen. Eine nützliche Kooperation für beide Seiten", sagt Kurt Hambacher (parteilos), Bürgermeister der Gemeinde Kabelsketal. Eine haushaltsrechtliche Ermächtigung zur finanziellen Unterstützung eines Projektes in Halle habe die Gemeinde aber nicht. Insofern sei "Bares fürs Stadion" kein Thema im Kabelsketal.
Lieskaus Bürgermeister Harald Schubert (parteilos) will das Thema am kommenden Montag in der Gemeinderatssitzung diskutieren. Vorerst sehe er keine Möglichkeit für eine finanzielle Beteiligung. "Solche freiwilligen Leistungen müssen im Gemeinderat beschlossen und von der Kommunalaufsicht genehmigt werden", erklärt Schubert. "Es kommt immer darauf an, worum es konkret geht", sagt die Leunaer Bürgermeisterin Dietlind Hagenau (parteilos). Leuna unterstütze seit Jahren die hallesche Moritzburg bei der Pflege von Kulturgut. "Es gibt eine Vereinbarung zur Erhaltung des Skulpturenparks in Leuna", der jetzt der halleschen Moritzburg gehöre, sagt sie. Und das solle auch künftig so bleiben. Auch auf anderer Ebene habe man der Stadt unter die Arme gegriffen - bei einem Projekt der Havag, in dem es um die Strecke der Überlandbahn ging, die durch Leuna führt. Weitere Dinge wolle man derzeit nicht ins Auge fassen, "jeder hat ja auch seine eigenen Aufgaben", so Hagenau. Geld für das Stadion werde aber aus Leuna nicht kommen - schließlich habe man hier über Jahre unter großem finanziellen Aufwand selbst eine moderne Arena für 15 000 Zuschauer geschaffen.
Landrat Frank Bannert (CDU) hat sich über die Nachricht aus Schkopau gefreut. "Ich finde es gut, dass Nachbargemeinden gezielt Projekte in Halle unterstützen. Man muss natürlich auch das Geld und die nötige Leistungskraft dafür haben. Dann ist es in Ordnung, wenn gemeinsam genutzte Einrichtungen gefördert werden."
Nach Bannerts Auffassung kann solches Handeln den Konflikt zwischen der Stadt Halle und ihren Umlandgemeinden wesentlich entschärfen. Als wichtigste Botschaft sieht er dabei, "dass die Kommunalpolitiker in der Lage sind, Probleme zu lösen, welche von Gesetzen verursacht werden", und benennt als Beispiel dafür "die unglückliche Stadt-Umland-Problematik".