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GWG Halle-Neustadt GWG Halle-Neustadt: Erste Hochhäuser stehen komplett leer

Von Heidi Pohle 24.10.2001, 18:10

Halle/MZ. - Angesichts des Bevölkerungsrückgangs nimmt nun auch in Neustadt der Stadtumbau konkrete Formen an, nachdem auf der Silberhöhe schon vier Hochhäuser abgerissen worden sind. Die Gemeinnützige Wohnungsgesellschaft (GWG) hat drei ihrer 25 Elfgeschosser in Neustadt leer gezogen. Noch in diesem Jahr soll eines der Gebäude entkernt werden. Damit ist das kommunale Wohnungsunternehmen am weitesten vorangeschritten auf dem Weg des Stadtteilumbaus. Wie Pressesprecherin Doris Henning sagte, gehe der Leerzug 2002 weiter. Abriss sei aktuell noch kein Thema.

Die Stadt plant, in Neustadt 28 Elfgeschosser mit 2 000 Wohnungen bis zum Jahr 2005 abzureißen. Darüber, so war aus dem Rathaus zu erfahren, bestehe mit den meisten Wohnungsunternehmen weitgehend Konsens. Doch die Vermieter wollen erst wissen, wie und in welcher Höhe der Abriss finanziert wird, ehe sie aktiv werden.

Doris Henning begründet die Vorreiterrolle der GWG damit, dass ihr Unternehmen die Stadt bei der Umsetzung der ersten Abrissphase bis 2005 unterstützen wolle. Deshalb seien die drei Elfgeschosser in der Hettstedter Straße 2 und 4, in der Wolfgang-Borchert-Straße 70 und 72 sowie An der Eselsmühle 2 und 4 mit rund 200 Wohnungen leer gezogen worden. Entkernt werden soll noch in diesem Jahr die Wolfgang-Borchert-Straße 70/72. Derzeit würden Firmen gesucht, die die nächsten Umzüge bewerkDas entkernte Hochhaus in der Borchert-Straße werde jedoch noch nicht abgerissen. "Erst wenn wir über Fördermittel Bescheid wissen sowie über die daran geknüpften Bedingungen, beginnen wir damit." Bei der GWG steht derzeit jede fünfte Wohnung leer; im Bestand sind 14 000 Wohnungen.

"Für uns ist Abriss bis 2005 kein Thema, wir ziehen jetzt auch keine Hochhäuser leer." Gerfried Fiedler, Technischer Vorstand der Halle-Neustädter Wohnungsgenossenschaft (WG), begründet diese Entscheidung damit, dass die WG-Elfgeschosser mit rund 1 000 Wohnungen noch kostendeckend zu bewirtschaften seien. Und die Bau- und Wohnungsgenossenschaft Halle-Merseburg (BWG) will wie die WG Leuna unbedingt auf Fördergelder warten, ehe die ersten Schritte eingeleitet würden.

Während sich die Vermieter der Wohnungen im Südpark "gegen jeden Abriss sperren", wie Mario Müller, Vorstandsvorsitzender der WG Südpark, sagt und eine eigene Konzeption zur kompletten Erhaltung des Südparks erarbeitet haben, nennt die private IVAG das städtische Konzept "in sich rund". Geschäftsführer Rainer Uhde, gleichzeitig Sprecher der privaten Wohnungsgesellschaften in Halle, sagte, seine Kollegen stünden dem Konzept positiv gegenüber. "Was fehlt, sind Fördermittel." Sie seien Voraussetzung für den Abriss.

Dem Bauministerium liegen noch keine Angaben darüber vor, wie viele Millionen Mark Halle aus dem Programm "Stadtumbau Ost" erhält. Sicher sei nur, so Pressesprecher Martin Krems, dass es für die neuen Länder 2,2 Milliarden Mark bis 2009 gebe. Davon bekomme Sachsen-Anhalt 17 Prozent plus Fördermittel vom Land. "Halle ist ein Förder-Schwerpunkt." Krems rechnet damit, dass die ersten Gelder noch vor dem Sommer 2002 ausgereicht werden können.

Planungsdezernent Friedrich Busmann hält diesen Zeitrahmen für möglich. Er hofft, dass die Stadt die Gelder recht frei disponieren kann. Es sei gut, dass die GWG jetzt "Zeichen setze". Mit den Südpark-Vermietern, die das städtische Konzept ablehnen, wolle man im Gespräch bleiben. Wohnumfeld-Verbesserungen seien jedoch nicht mehr ohne Abriss zu erreichen.

In Neustadt leben zirka 60 000 Bürger, 1989 waren es 90 000.