Fußball am Wochenende Fußball am Wochenende: «Merseburg muss cleverer spielen»
Halle/MZ. - Landesliga: Er war der wahrscheinlichaufmerksamste Besucher am Zoo. Gespannt verfolgteRotations Trainer Frank Kuhn die Partie zwischender VfL 96-Reserve und Merseburg 99, um danachfestzustellen: "Die Merseburger müssen erheblichcleverer spielen, wenn sie gegen uns bestehenwollen." Die forschen Töne des Aufstiegscoachesvor der Partie am Sonntag (14 Uhr) gegen dieDomstädter kommen nicht von ungefähr. DerSieg am vergangenen Samstag in Helbra brachteein kleines Polster auf die Abstiegsränge,zudem stimmte die Leistung insgesamt und auchbei den Debütanten Bittner und Fröhlich. "Vielversprechend,aber steigerungsfähig", attestierte ihnender Coach, der sein Team zu Recht auf einemguten Weg sieht. "Wir sind natürlich nochlange nicht gerettet. Aber es schaut nichtschlecht aus", glaubt Kuhn, der es sich übermorgensogar erlauben kann, seine wieder spielberechtigteschwarze Perle Dinzala zunächst auf die Bankzu setzen. "Mein Tipp lautet 3:1", so Kuhn.
Landesklasse: Wolfgang Bohnes Aufzählungist beeindruckend. Die Reihe seiner angeschlagenenund verletzten Spieler nimmt vor dem Aufeinandertreffen mit Spitzenreiter FSV Bennstedt am Sonnabendkaum ein Ende. Ein Wehwehchen bei diesem,ein ernster klingendes Handicap bei jenem- fallen alle Wackelkandidaten aus, wird imSeebener "Waldstadion" wohl nur eine Mannschaftauflaufen können. Sollte es noch einige Wunderheilungengeben, wird der Aufsteiger vom Trainer einedefensive Ausrichtung verpasst bekommen. "Wirkönnen mit dem FSV nicht mithalten, verfügenaber über eine stabile Abwehr", glaubt SeebensCoach, dessen Team im Saisonverlauf bisherunter Wert geschlagen wurde.
Dies trifft auch auf den Wettiner SV zu. AlsMitaufstiegskandidat gehandelt, spielte derVorjahreszweite nie in den erwarteten Regionenund so griff der Vorstand vor drei Wochenzum vermeintlichen Allheilmittel. TrainerBodo Neumann, der vom Klassenerhalt durchausüberzeugt war, erhielt die Vorgabe, siebenPunkte aus den ersten vier Spielen der Rückrundezu holen.
Anderenfalls, so Manager Peter Schulze, "hättenwir die Reißleine ziehen müssen". Dass essoweit nicht kam, lag an der Arbeitslosigkeitdes sich vor allem im Nachwuchsbereich eineshervorragenden Rufes erfreuenden Neumann."Er sagte uns, dass seine Jobsuche ab sofortPriorität genieße, suchte die Aussprache mitder Mannschaft und legte sein Amt dann nochvor dem Wiederauftakt selbst nieder", rekapituliertSchulze. Seitdem hängt einiges in der Schwebe.Ein neuer Trainer ist noch nicht gefundenund wird es so schnell wohl auch nicht. "UnsereKasse ist leer", scheint der Manager des Vereinsdeshalb eine interne Lösung zu favorisieren.