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Flinke Nadeln Flinke Nadeln: Hallenserinnen häkeln Kuscheltiere für Halles kranke Kinder

Von Jonas Nayda 07.12.2019, 15:00
Barbara (r.) und Cathleen Seuthe (2.v.l.) beschenken die Kinder im Krankenhaus mit ihren Handarbeiten.
Barbara (r.) und Cathleen Seuthe (2.v.l.) beschenken die Kinder im Krankenhaus mit ihren Handarbeiten. Jonas Nayda

Halle (Saale) - Der Fußboden im Spielzimmer der Kinderstation 2 des Krankenhauses Sankt Elisabeth und Sankt Barbara ist mit Spielsachen übersäht. Überall liegen Bauklötze, Spielzeugautos oder Bücher herum - es ist ein Paradies für Kinder. Doch die sechsjährige Celina interessiert sich dafür gerade nicht. Sie schaut mit leuchtenden Augen auf den Tisch in der Mitte des Raumes, wo mindestens 50 kleine Kuscheltiere ausgebreitet wurden. Alle sind neu und handgemacht, und Celina darf sich eins aussuchen. Nach kurzem Überlegen greift sie sich ein rosafarbenes Häschen. Sie darf es behalten und mit nach Hause nehmen, wenn sie das Krankenhaus verlässt.

30 Paar Strümpfe, 40 Mützchen, 28 Pullover: Flinke Nadeln für die Kinder

Cathleen Seuthe, die Schöpferin des rosa Häschens, freut sich mindestens genauso sehr wie Celina. „Es ist schön, Kindern eine Freude zu bereiten“, sagt sie. In den vergangenen zwölf Monaten hat sie dutzende Kuscheltiere gehäkelt, die sie nun an die Kinder im Krankenhaus verschenkt. Die Handarbeit macht ihr Spaß, statt abends einfach nur in den Fernseher zu gucken, konzentriert sie sich lieber auf die Häkelnadel, wie sie erzählt.

Diese Leidenschaft hat die 51-Jährige eindeutig von ihrer Mutter geerbt. Die 75-jährige Barbara Seuthe beschenkt die Kinderstation nämlich schon seit 23 Jahren immer kurz vor Weihnachten. Vor drei Jahren ist Cathleen Seuthe mit ihrer Häkelarbeit dazugestoßen. Die Spezialität der Mutter ist Stricken. Und dabei weniger Tiere, sondern mehr Babysachen. In diesem Jahr war sie besonders fleißig: 30 Paar Strümpfe, 40 Mützchen, 28 Pullover, 38 Paar Schühchen und zwei kleine Jäckchen hat sie geschafft.

„Wir sind so dankbar über die großartige Hilfe der Menschen“

Noch dazu 30 Teddybären, die fast alle irgendwo an ihrem Bärenkörper entweder ein Pflaster oder einen Verband tragen. Alles ist in eher hellen, bunten Farben gehalten. „Für die Kinder möchte ich nichts Dunkles machen“, sagt Barbara Seuthe. Wie viele Meter Wolle die beiden Frauen in diesem Jahr insgesamt verarbeitet haben, wissen sie nicht. Das hängt immer auch von den Wollspenden ab, die sie bekommen.

Aus eigenem Geld wäre das Hilfsprojekt nicht zu stemmen. Deshalb arbeiten die Seuthes mit dem Lionsclub Halle Fünf Türme zusammen, der für das Budget der Frauen sorgt. Damit kaufen sie sich Nadeln, Füllmaterial und Knöpfe oder Glitzersteine, die für die Kuscheltiere gebraucht werden.

Die Wolle stammt zum Großteil direkt aus Spenden von Hallensern. 2019 kam dabei so viel zusammen, wie noch nie zuvor. „Das war einfach unglaublich. Wir sind so dankbar über die großartige Hilfe der Menschen“, sagt Cathleen Seuthe. Bis Weihnachten wollen sie sich nun mal eine kurze Arbeitspause gönnen, doch danach geht es weiter für das Jahr 2020.

››Wollspenden können unter der Telefonnummer 0345/2029244 vereinbart werden. (mz)