Ein Kirschbaum als Signal
HALLE/MZ. - Die große Frage "Wie geht es weiter mit dem Schulumweltzentrum in der Franzigmark?" soll in diesem Sommer beantwortet werden. Entsprechend einem Stadtratsbeschluss muss ein freier Träger gesucht werden, die Ausschreibung läuft. Und so ist es nicht verwunderlich, dass dieses Thema auch am Sonntag immer wieder zur Sprache kam, als eigentlich eine Feier anstand: die zum 20-jährigen Bestehen der Öko-Schule des Zentrums.
"Hickhack hat geschadet"
"Für uns ist es ganz wichtig, dass wir mit der Schule an diesem Standort bleiben können", sagt Gabriele Lindner, in Landesdiensten stehende Koordinatorin der Schule, die gleichzeitig auch hier unterrichtet. Das Hickhack des vergangenen Jahres habe der Einrichtung geschadet, "Lehrer anderer Schulen, die hier regelmäßig mit ihren Schülern zum Unterricht kamen, waren verunsichert, einige haben die Angebote deshalb nicht genutzt." Insofern hoffe man nun bei einem neuen Träger auf Planungssicherheit und natürlich, dass die Schule so weitergeführt werden könne wie bisher. Denn die Lage nahe unterschiedlichen Biotopen sei ideal: eine "einzigartige Vielfalt an Tieren und Pflanzen auf engstem Raum", so Lindner. "Das sollte weiter genutzt werden."
Zu denen, die sich als Träger bewerben wollen, zählen der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschlands (BUND) und das Kinder- und Jugendhaus in der Züricher Straße, die ein gemeinsames Konzept erarbeiten wollen, nachdem die Öko-Schule erhalten werden soll. BUND-Regionalverbandschef Ralf Meyer und Beate Gellert, Geschäftsführerin des Kinder- und Jugendhauses, gehörten am Sonntag zu den Geburtstagsgästen und hatten auch ein besonderes Geschenk mitgebracht: einen Kirschbaum der Sorte Burlatt. Den setzten sie nach dem Motto "Mit uns ist gut Kirschen essen" entsprechend den Hinweisen von Gernot Leimbach, dem "Baumfachmann" der Öko-Schule, gemeinsam mit Gabriele Lindner in die Erde.
Elternrat wachsamer Begleiter
Sehr zur Freude auch von Anke Triller, der stellvertretenden Vorsitzenden des Stadtelternrates, die sich ebenfalls zum Schul-Jubiläum eingefunden hatte. "Der Elternrat ist froh, dass die ursprünglichen Schließungspläne nun vom Tisch sind", sagte sie. Man sei dafür eingetreten, die Schule hier zu belassen und werde nun den Prozess der Suche nach einem neuen Träger aufmerksam begleiten.
Wie Bildungsdezernent Tobias Kogge auf MZ-Nachfrage sagte, habe es vor der Ausschreibung knapp zehn Betreiber-Interessenten gegeben. Nun müsse abgewartet werden, wie viele sich bewerben. Zu denen, die am Sonntag mit Mitarbeitern der Schule und des Umweltzentrums bei Kaffee, Kuchen und Gegrilltem feierten, gehörten neben etlichen Besuchern vom Schulkind bis zum Rentner auch einige Stadträte.