Bürgerbegehren in Halle Bürgerbegehren in Halle: Zuspruch für die Hochhausscheiben

Halle (Saale) - Kaum war der Stand im Neustadt-Centrum aufgebaut, da hatte Andreas Schachtschneider schon weitere hundert Unterschriften für den Erhalt der Scheibe A als künftigen Verwaltungsstandort zusammen. Der CDU-Stadtrat und Vorsitzende des Neustadt-Vereins hat das erste Bürgerbegehren in der Geschichte der Stadt initiiert - und damit genau die Stimmung der Hallenser getroffen. „Es wird Zeit, dass was passiert.
Der Stadtteil wird damit aufgewertet“, sagte Beatrix Wiedemann, die wie viele andere am Samstag für das Bürgerbegehren unterschrieben hat. Rund 1.000 Unterschriften sind seit Donnerstag gesammelt worden, so Schachtschneider. 7.500 müssen es werden.
Vordruck auf der Homepage des Neustadt-Vereins abrufbar
Und da ist er optimistisch: „Wir werden in den nächsten Tagen bei allen Großveranstaltungen vor Ort sein“, sagt er. Außerdem ist ein Vordruck auf der Homepage des Neustadt-Vereins abrufbar, der dann an den Verein bis 14. Juni zurückgesendet werden muss.
Als Schachtschneider am Samstag in dem Einkaufszentrum zusammen mit Halles Beigeordneter für Soziales, Katharina Brederlow - die auch Mitglied des Neustadt-Vereins ist - und Raik Müller, CDU-Ortsverbandsvorsitzender Dölau und Heide-Nord, für ihr Anliegen warben, gab es natürlich auch negative Stimmen. „Das wird sowieso nichts“, sagte ein Passant. „Abreißen“, schimpfte ein anderer. Es es traurig, dass die Scheibe seit 25 Jahren leer steht.
Was ist, wenn die notwendigen 7.500 Unterschriften nicht zusammenkommen?
„Was ist, wenn die notwendigen 7.500 Unterschriften nicht zusammenkommen?“, wurde Schachtschneider auch gefragt. „Dann bleiben die Scheiben halt stehen.“
Die meisten der Besucher des Einkaufszentrums waren von der Sache jedoch überzeugt. Hans-Joachim Bloch unterzeichnete ebenfalls: „An der Scheibe A hängen viele Erinnerungen und Emotionen dran“, sagte er. Ende der 70er Jahre wohnte er in dem dortigen Studentenwohnheim und lernte seine Freundin dort kennen. Heidemarie Herrmann aus Dölau kommt oft zum Einkaufen in das Neustadt-Centrum und sagte: „Ich verstehe nicht, warum so ein schönes Gebäude wie die Scheibe vergammelt.“ Gertrud Kummer unterschrieb ebenfalls, ohne lange überzeugt werden zu müssen: „Die Scheiben wurden unter schwierigsten Bedingungen errichtet. Der Erhalt ist auch im Interesse der Stadt. Aber der Stadtrat fällt keine Entscheidung.“ (mz)
Alle Infos unter: www.halle-neustadt-verein.de (mz)