Verkehr in Eisleben Verkehr in Eisleben: Hitzige Debatte zur Freistraße

eisleben - Anwohner und Geschäftsinhaber der Freistraße in Eisleben wehren sich gegen die geplante Aufhebung der Einbahnstraßenregelung zwischen Freistraßentor und Klosterplatz. Das wurde deutlich, als die künftige Verkehrsführung am Dienstagabend in einer Infoveranstaltung im Rathaus vorgestellt wurde. Die Gemüter waren erhitzt und die Debatte heftig über die neue Regelung nach Abschluss der Bauarbeiten.
Als „Schildbürgerstreich und Steuerverschwendung“ bezeichnete Anwohner Erwin Henke die neue Straßenführung. „Warum hat die Stadt überhaupt eine Umgehungsstraße für teures Geld gebaut?“, fragte er. Durch die neue Verkehrsführung stadteinwärts sei „die Wohnqualität enorm eingeschränkt“. Deshalb sprach sich Henke wie auch alle Anwesenden für das „Altbewährte“ und gegen die neuen Pläne der Stadt aus.
„Der Stadtrat hat am 14. April die Aufhebung der Einbahnstraßenregelung zwischen Klosterplatz und Freistraßentor beschlossen“, erklärte der zuständige Amtsleiter Michael Richter. Er warf den Bürgern vor: „Sie hätten doch an den öffentlichen Stadtratssitzungen teilnehmen können.“
Mit dem ab Ende Mai geplanten Zweirichtungsverkehr hängt noch ein weiteres Problem zusammen - das des Parkens. Wie der Bauträger bekanntgab, werden infolge der Straßenbreite nur sieben Kurzzeitparkplätze entstehen. Weitere acht Parkplätze könnten geschaffen werden, wenn der Lkw-Verkehr wie bisher stadtauswärts die Freistraße befahren dürfte, jedoch nicht in entgegengesetzter Richtung. Die Firma „Sterl“, die dreimal täglich Lieferungen mit einem Lkw erwartet, müsste dann das Gelieferte mit einem Hubwagen über eine zweispurige Fahrbahn transportieren, monierte eine Angestellte.
OB Jutta Fischer versucht zu schlichten
Die Regelungen erzürnten auch die Einzelhändler wie Cornelia Oppermann, die in der Straße in vierter Generation eine Bäckerei betreibt. „Wenn man nicht parken kann und keine Parkplätze zur Verfügung stehen, bleiben die Kunden weg“, so ihre Argumentation. Sie beklagte, dass sie seit Baubeginn einen Umsatzverlust von 50 Prozent zu verzeichnen habe.
Zudem war die Inhaberin brüskiert darüber, „dass die Anwohner nicht einmal über die monatelangen Bauarbeiten vorab informiert wurden“. Auch Anwohner und Ex-Stadtratmitglied Uwe Schenkendorf (Linke) sprach sich gegen die neue Verkehrsführung aus. Wegen fehlender Parkplätze für Mieter befürchtet er einen noch höheren Leerstand von Mietwohnungen.
Geschäftsmann Frank Wrba brachte die Debatte dann auf den Punkt. Er bat eindringlich, diesen Stadtratsbeschluss rückgängig zu machen. Die Eisleber Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD), die bei der hitzigen Debatte terminlich bedingt nur die letzten zehn Minuten zugegen sein konnte, versuchte zu schlichten. Sie ging auf die Bedenken der Anwohner ein und sagte; „Der Beschluss ist zwar gefasst, aber nicht in Stein gemeißelt“. Sie versprach, dass er noch einmal im Stadtrat diskutiert werden soll. (mz)