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Tierschutz Tierschutz: Kater zwischen den Stühlen

Von Daniela Kainz 08.10.2012, 14:59

Helbra/MZ. - Was die Eheleute zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten: Es stand ihnen eine Odyssee bevor. "Niemand fühlte sich zuständig", so Monika Barthel. Das Tierheim verwies per Telefon an das Ordnungsamt der Verbandsgemeinde und das Ordnungsamt lehnte wiederum jede Verantwortung ab. "Wir sollten die Katze wieder da hinsetzen, wo wir sie gefunden hatten. Aber dort konnte sie ja nicht bleiben", erzählt die Helbraerin. Aus diesem Grund beschlossen die Eheleute, das Jungtier vorerst bei sich aufzunehmen. Denn auch Nachfragen in der Umgebung, ob jemand den etwa drei Monate alten Kater vermisst, brachten kein Ergebnis.

Die Reaktionen der Ämter kann Familie Barthel nicht nachvollziehen: "Sieht so bei uns der Tierschutz aus?" Ordnungsamtschefin Ingrid Winsel erklärt angesichts der Kritik, dass von Fall zu Fall entschieden werde. Bei kranken, hilfsbedürftigen und ganz kleinen Katzen sieht sich die Behörde ihr zufolge in der Pflicht und stellt den Kontakt zum Betreiber einer Tierpension her, der die Fundtiere aufnimmt und versorgt. Sie verweist aber auch darauf, dass Katzen frei laufende Tiere sind, und nicht jede frei laufende Katze zugleich hilfsbedürftig sei.

Familie Barthel bleibt dabei. Der kleine schwarze Kater wäre aus ihrer Sicht ein Fall für den Tierschutz gewesen. Die Helbraer haben den Kater - den sie Mäxchen nennen - inzwischen impfen lassen und in ihrer Laube im Garten untergebracht. Dort wird er von ihnen regelmäßig gefüttert. Und dort führt ihn der Sohn regelmäßig an einem kleinen Halsband aus. "Wir können Mäxchen nicht mit in die Wohnung nehmen", erklärt Hartmut Barthel. Dort habe ihr elf Jahre alter Perserkarter bereits sein Revier. "Und wir befürchten, dass sich die beiden Tiere nicht vertragen würden", meint der Helbraer. So wünscht sich die Familie jetzt nichts sehnlicher als interessierte Katzenfreunde, die Mäxchen ein neues Zuhause geben wollen.