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Mansfeld-Südharz Mansfeld-Südharz: Eigenbetrieb wird überrollt

Von WOLFRAM BAHN 11.03.2011, 19:51

EISLEBEN/HETTSTEDT/MZ. - Sie betreffen vor allem die neuen Gebührenbescheide, die der Eigenbetrieb seit Anfang März an insgesamt 43 000 Grundstückeigentümer verschickt. Gleichzeitig macht sich Kritik an der Höhe der neuen Gebühren breit.

So beklagt Lutz Hellwig in einer E-Mail an die MZ, dass seine Müllgebühr nun 23 Prozent höher liege als bisher. Und dies, so kritisiert er, "um einen maroden Müllentsorger sanieren zu dürfen, ein unübersichtliches Serviceheft zu finanzieren und diverse Serviceeinschränkungen (Bereitstellung der gelben Säcke, Mülltonnenreinigung) hinnehmen zu können".

Auch Familie Fingas ist unzufrieden. Sie soll künftig 176,16 Euro statt der bisherigen 127,28 Euro Abfallgebühr bezahlen. "Der Landkreis saniert sich auf Kosten der Bürger", meint die Familie, die im Mansfelder Land wohnt. Dort wurde beispielsweise die wöchentliche Abholung abgeschafft, was für einige Verärgerung sorgt. Der Landkreis hatte wirtschaftliche Gründe für diesen Schritt angeführt.

Die Bürger im früheren Landkreis Sangerhausen sehen sich sogar mit einer völlig neuen Gebührenstruktur konfrontiert. "Dort stößt die gesonderte Biotonnengebühr nicht auf Gegenliebe", räumt Lucardis-Astrid Isenberg, Leiterin des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft, ein. Sie verweist darauf, dass die jetzigen Bescheide nicht mit denen aus dem Vorjahr vergleichbar seien. Damals war unter anderem noch keine Grünschnittentsorgung in der Satzung verankert. Zudem gebe es mehr Probleme mit den Adressen als vermutet.

Um all die Fragen zu den neuen Gebührenbescheiden zu klären, hat der Eigenbetrieb seit Anfang der Woche die Zahl der telefonischen Auskunftsplätze um zwei auf nunmehr zehn erhöht. Dennoch sei der Eigenbetrieb "mitunter nur schwer oder gar nicht telefonisch erreichbar", so Isenberg. Eine weitere personelle Aufstockung der Telefonauskunft würde, so ihre Begründung, nur die Kosten beim Eigenbetrieb erhöhen. Aus dem gleichen Grund habe man auch die Idee verworfen, ein Call-Center damit zu beauftragen. Die Bürger könnten den Postweg oder das Internet für Anfragen nutzen, hieß es. Dabei solle man immer auch eine Telefonnummer für eventuelle Rückfragen angeben.

Man versuche alle Anfragen schnellstens abzuarbeiten, sagt Isenberg. "Das geht aber alles nicht von heute auf morgen", bittet sie vorab um Verständnis. Das freilich hat der Eigenbetrieb nicht, falls jemand trotz noch offener Fragen die Zahlungsfrist zum 15. März für die erste Rate nicht einhält. Das hätte "unnötige Mahnungen und andere Unannehmlichkeiten zur Folge", kündigt Isenberg an.

Anfragen an den Eigenbetrieb sind auch möglich unter Fax 03475 / 61 33 33 oder unter [email protected]