1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Eisleben
  6. >
  7. Geburtstagsfest für den Reformator: Geburtstagsfest für den Reformator: 25 Luthers auf Spurensuche in Eisleben

Geburtstagsfest für den Reformator Geburtstagsfest für den Reformator: 25 Luthers auf Spurensuche in Eisleben

Von Wolfram Bahn 07.11.2015, 19:12
Schauspieler Oliver Beck vom Kulturwerk Eisleben mit den geladenen Luthernachkommen.
Schauspieler Oliver Beck vom Kulturwerk Eisleben mit den geladenen Luthernachkommen. Lukaschek Lizenz

Eisleben - Zum dritten Mal hat die Lutherstadt Eisleben zum Geburtstagsfest für den Reformator Gäste mit dem Familiennamen Luther eingeladen.  

25 Leute aus allen vier Himmelrichtungen kamen diesmal, um beim Mittelalterfest in Eisleben auf Spurensuche ihres berühmten Namensvetters zu gehen. Die weiteteste Anreise hatte ein Ehepaar aus Stuttgart.

Die anderen reisten aus Leipzig, Halle oder Meißen in Sachsen an. Aus Berlin-Steglitz hatten sich Doris und  Friedrich Luther mit ihrem Sohn Robert auf den Weg ins Mansfelder Land gemacht. „Es ist abwechslungsreich und die Eindrücke sind vielfältig“, sagte Doris Luther. Und ihr Sohn fügte an, dass „sich Eisleben nicht hinter Wittenberg zu verstecken braucht“.

Das findet auch Willi Luther, der in Brieselang in Brandenburg stammt. Er hatte die Einladung der Lutherstadt zufällig beim Aufräumen wieder gefunden und sich dann mit seinem Wohnmobil nach Eisleben aufgemacht. „Eine schöne kleine Stadt“, zog er am Samstag ein erstes Fazit seines Besuches.  

Da frühlingshaftes Wetter mit Temperaturen von über 20 Grad herrschten, „brauche ich nicht mal die Heizung in meinem Wohnmobil anzuschalten“, sagte er, ehe es dann am Abend zu einem Empfang bei Oberbürgermeisterin Jutta Fischer in den historischen Rathausaal ging. Dort fand sich auch Marie-Luise Luther aus Freyburg an der Unstrut mit ihren Eltern ein. Sie sind schon zum dritten Mal beim Lutherfest in Eisleben.

„Wir werden hier immer so herzlich aufgenommen und man lernt immer wieder was dazu“, sagte sie. Und die Freyburger hoffen jedes Mal, Luthers zu treffen, mit denen sie irgendwie verwandt sind. Das ist angesichts des weitverzweigten Verbreitung des Namens in Deutschland aber eher ein Glücksfall. Mit Martin Luther ist keiner direkt verwandt. Denn die männliche Linie des Reformators ist im 18. Jahrhundert ausgestorben.

Das und vieles mehr erfuhren die Ehrengäste bei einem Vortrag zum Ursprung des Namens Luther, den Kristin Loga aus Bremen, eine frühere Doktorschülerin aus dem Zentrum für Namensforschung Leipzig beim Empfang hielt. Zur Erinnerung erhielt jeder Ehrengäste zum Abschluss des Abends eine Luther-Urkunde. Für die kulturelle Umrahmung des Treffens hatten der Pianist Arnulf Sokoll und der Schauspieler Oliver Beck gesorgt.

Zuvor hatten die Ehrengäste ein Stadtführung absolviert und dabei auch die Luthergedenkstäten besichtigt. Am Sonntag wartet auf sie ein besonderes Erlebnis: Sie dürfen zum Lutherfeier ab 14 Uhr an der großen Geburtstagstafel auf dem Markt sitzen und vom Riesenstollen kosten, der aus diesem Anlass gebacken wurde.     (mz)