Eisleber Wiese Eisleber Wiese: Maskottchen "Wiesi" wird zum Renner

eisleben - Der neue Wiesi wird zum Renner. Der Andrang auf die mannsgroße Standfigur aus Designerhand ist so groß, dass der Eigenbetrieb Märkte sogar eine Warteliste anlegen musste. „Inzwischen haben wir schon zehn Bestellungen“, sagte die zuständige Mitarbeiterin Alexandra Könitz der MZ. Die erste Wiesifigur der neuen Generation war im Juni dieses Jahres auf dem Eisleber Markt der Öffentlichkeit präsentiert worden. Der Wiesi ist das Maskottchen der Eisleber Wiese, dem größten Volksfest in Mitteldeutschland.
Die neue Urform des Standbildes stammt von Detlef Adebahr, einem Designer aus Halle. Der 66-jährige einstige Absolvent der Kunsthochschule Burg Giebichenstein hat nach eigenem Bekunden eine „deutlich freundlichere“ Figur des Wiesenochsen geschaffen. Seine Wiesifigur ist im Vergleich zum Vorgänger „gefälliger und detailreicher“, so Adebahr bei der Vorstellung seines Entwurfs.
Die Wiesifigur des lustigen Ochsen erinnert an die Ursprünge des Eisleber Wiesenmarktes. Das Volksfest geht auf eine Urkunde von Kaiser Karl V. aus dem Jahre 1521 zurück.
Demzufolge erlaubte er der Stadt, jeweils am dritten Wochenende im September einen Vieh- und Ochsenmarkt abzuhalten. Daraus hat sich das heutige Volksfest entwickelt. (wba)
Im Gegensatz zum bisherigen Wiesi hebt seine Figur die rechte Hand zum Gruß der Besucher. Seine glasfaserverstärkte Polyester-Figur ist nun auch jenem Wiesi-Kostüm ähnlicher, in das bei zahlreichen Anlässen größtenteils Nicole Wiesenmüller, Mitarbeiterin beim Eigenbetrieb Märkte, schlüpft. Auch Oberbürgermeisterin Jutta Fischer (SPD) findet, dass die neue Wiesifigur „lebendiger wirkt“.
Vielleicht ist das ein Grund, warum sich immer mehr Sponsoren und andere Liebhaber des Volksfestes mit der neuen Wiesifigur ein kleines Denkmal setzen wollen. Mit dem halleschen Designer ist vereinbart, dass er jedes Jahr drei neue Figurenrohlinge anfertigt. Die Kosten liegen bei 1 700 Euro je Stück. Die Sponsoren kümmern sich dann selbst um den Anstrich. Das könne aber auch der hallesche Künstler übernehmen, hieß es.
Inzwischen sind drei der 1,80 Meter großen Figuren entstanden. Das erste Exemplar ging an den Schaustellerverband von Sachsen-Anhalt. Es stand am Plan und begrüßte die Autofahrer, die in die Stadt wollen. Dort ist der Wiesi jetzt verschwunden. Er hätte leichte Blessuren erlitten und müsse vom Künstler nun ausgebessert werden, sagte Alexandra Könitz.
Auch die anderen 32 Wiesifiguren, die überall in der Stadt verteilt stehen, werden meist vor Einbruch der kalten Jahreszeit ins „Winterquartier“ gebracht. Das veranlassen die jeweiligen Besitzer der Figuren selbst. Insofern liegt es jetzt auch an der Hallog GmbH und dem Eigenbetrieb Kinderhaus in Eisleben, wann sie ihre neuen Wiesifiguren „reinholen“, bevor Väterchen Frost das Zepter schwingt. Vor der Frühjahrswiese kommen alle Figuren wieder ins Freie. (mz)