Eisleben Eisleben: Hanna und Hans Hunsinger feiern Jubiläum
eisleben/MZ. - Am Montag, 65 Jahre später, können sie wieder feiern: ihre eiserne Hochzeit. Im Eisleber Heilig-Geist-Stift, wo das Ehepaar seit zwei Jahren lebt, werden sie diesen Ehren-Tag mit ihrer Enkelin und den Urenkelinnen sowie einigen Bekannten begehen. "Wir haben ja sonst keine Familie mehr", so der 88-jährige Hans Hunsinger.
Ihr Sohn Axel ist 1991 im Alter von 40 Jahren an einer schweren Erkrankung verstorben. Auch ihre Tochter Sybille haben sie bereits 1949 verloren. Im Gedenken an die Kinder hat das Ehepaar 2006 die Axel-Hunsinger-Stiftung gegründet, die Kinder und Jugendliche im Mansfelder Land, vor allem in Eisleben und Umgebung, unterstützt. Die Stiftung hat zwei Jahre lang Eisleber Kindergärten mit Obst versorgt; außerdem förderte sie ein Projekt "Gesundes Frühstück" im Mehrgenerationenhaus "Sternschnuppe" des Kinderschutzbundes. Weitere Projekte sind in Vorbereitung. In das Stiftungsvermögen, aus dessen Erträgen die Arbeit finanziert wird, wird später einmal ihr Nachlass eingehen.
Hans Hunsinger stammt aus dem donauschwäbischen Feketitsch (Jugoslawien, heute Serbien). Er lernte im Lebensmittel- und Feinkost-Geschäft seines Onkels, das er später übernehmen sollte. Zuvor sei er jedoch nach Berlin geschickt worden, wo er vier Jahre im "Kempinski" am Kurfürstendamm / Ecke Fasanenstraße arbeitete. "Das war damals ein Restaurant und Feinkostgeschäft", sagt Hans Hunsinger. Kunden seien dort unter anderem der Boxer Max Schmeling und der Schauspieler Heinrich George gewesen. Nach dem Krieg kam Hunsinger nach Eisleben, um die Leitung einer Konsum-Verkaufsstelle am Mühlplatz zu übernehmen. Und nicht nur das: Er lernte hier auch 1946 seine heutige Frau kennen; ein Jahr später heirateten sie in der Annenkirche.
Ab 1949 leitete Hans Hunsinger für 18 Jahre das Konsum-Kaufhaus am Eisleber Markt mit mehr als 50 Mitarbeitern. Während dieser Zeit absolvierte er ein Fernstudium zum Diplom-Betriebswirt (FH). Seine Frau, die zunächst als Telefonistin im Fernamt in der Poststraße sowie als Sekretärin in der Ingenieurschule gearbeitet hatte, war später als Verkäuferin im Kaufhaus tätig. Bis 1983, als er Invalidenrentner wurde, arbeitete Hunsinger dann beim Mansfeld-Kombinat im Ex- und Import.
Während er dienstlich nur in den Ostblock reisen konnte, unternahm das Ehepaar später gemeinsam viele Reisen, nach Italien und Frankreich, aber auch bis in die USA und nach Mexiko. Auch seine Heimat Donauschwaben habe er noch einmal besucht. "Ich habe auch das Haus meiner Eltern und meiner Großeltern gefunden", so Hunsinger.
Die Zeit derartiger Aktivitäten ist freilich längst vorbei. Vor zwei Jahren hat das Ehepaar sein Haus mit dem großen Garten verkauft und ist in das Heilig-Geist-Stift gezogen. "Wir fühlen uns hier sehr wohl", sagt Hans Hunsinger. "Die Betreuung ist wirklich gut." Gesundheitlich gehe es ihnen dem Alter entsprechend. "Man muss ja zufrieden sein", so Hunsinger. Und auch wenn er seit langem im Ruhestand ist - sein berufliches Interesse ist ungebrochen. Bis heute liest er regelmäßig Wirtschafts-Fachzeitschriften.