Eisleben Eisleben: Erfolg mit Minimal-Aufwand
EISLEBEN/MZ. - Karlheinz Beyer konnte auch auf mehrmaliges Nachfragen nur immer wieder antworten: "Mir geht es gut." Der 69-Jährige aus Sandersleben ist der erste Patient, dem in der Helios-Klinik in Eisleben ein Magentumor mit Hilfe der Schlüssellochchirurgie entfernt wurde. Am 22. August ist er operiert worden, am 26. August wurde er entlassen, und gestern besuchte er die Eisleber Klinik nur, weil er zum Pressegespräch eingeladen war.
Dank des in der Eisleber Klinik etablierten interdisziplinären Bauchzentrums war es möglich, dem Mann aus Sandersleben mit dieser minimalinvasiven Methode zu helfen. Nach den Worten von Stefan Kothe, Chefarzt der Allgemein- und Viszeralchirurgie, war Karlheinz Beyer mit Magenblutungen zunächst in die Hettstedter Helios-Klinik eingeliefert worden. Dort habe sich schnell gezeigt, dass ein mutmaßlich bösartiger Tumor an der Magenwand vorhanden ist. Gemeinsam mit dem leitenden Oberarzt der Gastroenterologie, Gerd-Wilm Schute, seien die Spezialisten überein gekommen, nicht den gesamten Magen zu entfernen, wie unter solchen Umständen durchaus üblich. Vielmehr sei die Geschwulst mit Hilfe der Schlüssellochchirurgie samt eines acht Zentimeter langen und vier Zentimeter breiten Magensegments entfernt worden. Mit anderen Worten: Mit Hilfe einer Magenspiegelung wurde der Tumor geortet, mit Hilfe der chirurgischen Instrumente, eingeführt durch die Bauchdecke, wurde er herausgeschnitten.
Nach 45 Minuten war die Operation beendet und "nach zwei Tagen habe ich wieder gegessen und bin auch schon wieder herumgelaufen", so Karlheinz Beyer. Und nicht zuletzt hatte der Sandersleber erfahren, dass es sich um einen gutartigen Tumor gehandelt hat.
Natürlich könne nicht in jedem Fall diese OP-Methode angewendet werden, so Chefarzt Kothe. Das hänge von vielen Faktoren ab, die bei Karlheinz Beyer günstigerweise vorgelegen hätten. Aber vor 20 Jahren sei an eine solche Operationsmethode bei einem Magentumor noch nicht mal gedacht worden, so der promovierte Mediziner.