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Damm soll vor neuen Fluten schützen

Von Frieder Fahnert und Ronald Dähnert 01.10.2007, 16:50

Wippra/MZ. - Am Wochenende war die Wipper in Wippra, Mansfeld und Hettstedt über die Ufer getreten und hatte für Wasser in vielen Kellern gesorgt (die MZ berichtete). Mit dem neuen Damm soll dies verhindert werden.

Derzeit wird durch das Landesverwaltungsamt eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt. Heißt, es muss geklärt werden, wie die Eingriffe in die Natur kompensiert werden können.

Das Hochwasser vom Wochenende habe gezeigt, wie wichtig der Neubau ist, so Henning. "Die jetzige Talsperre Wippra hat nur eine sehr geringe Hochwasserschutzfunktion", so Henning. Etwa anderthalb Jahre werde der Bau des neuen Rückhaltebeckens dauern. Eine Schutzfunktion trete aber schon nach einem Jahr ein.

Kernstück des Projektes ist ein 17 Meter hoher Damm, der das Wippertal an der schmalsten Stelle unmittelbar hinter dem Ortsausgang der Gemeinde Richtung Talsperre abriegeln soll. Laut Henning werde dies kein Betonklotz, sondern ein grüner Damm, der sich nach einer Begrünung harmonisch in die Landschaft einfügen soll. Der Damm im Wippertal soll mehr als vier Millionen Kubikmeter Wasser zurückhalten können. Dass die jetzige Talsperre bei dem Dauerregen am Wochenende übergelaufen ist, sei keine Besonderheit, sondern ein "normaler Betriebszustand, der verdeutlicht, wie zwingend notwendig der Neubau eines Rückhaltebeckens ist", so Henning. Am Freitag wird es zwischen dem Talsperrengeschäftsführer und der neuen Wippraer Bürgermeisterin, Monika Rauhut, ein Gespräch geben, bei dem es um den Stand des Projektes geht.

Problematisch an der Entwicklung am Wochenende war nach Worten von Jörg Gericke vom Eigenbetrieb Brand- und Katastrophenschutz, dass die Wipper innerhalb weniger Stunden drastisch angestiegen war. Rund 17 000 Sandsäcke sind zum Schutz eingesetzt worden. Diese haben freilich nicht überall den Wassermassen stand halten können.

Bis Montagmittag war die Feuerwehr in Hettstedt damit beschäftigt, voll gelaufene Keller im Bereich der Mühlgartenstraße auszupumpen. Bürgermeister Jürgen Lautenfeld will sich nun mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz in Verbindung setzen und erreichen, dass der Damm an den Stellen erhöht wird, an denen das Wasser in die Straßen und Keller gelaufen ist.

Auch in Wippra waren am Montag noch einige Feuerwehrleute mit letzten Aufräumarbeiten beschäftigt. Arno Kalina, stellvertretender Wehrleiter in Wippra, war am Sonnabend von der Schnelligkeit überrascht, mit der die Wipper über die Ufer trat. Die Feuerwehrleute hätten zwar bemerkt, dass die enormen Niederschläge ein Problem werden könnten, doch selbst am Morgen des Sonnabends sei von der Leitstelle lediglich Warnstufe 1 herausgegeben worden. Die Warnstufen reichen von 1 (niedrig) bis 4 (hoch). Doch nach dem Mittag sei es schnell gegangen. 13 Uhr Warnstufe 2 und schon 15 Uhr Warnstufe 3. Nach Kalinas Meinung hätten die Informationen über die schnell steigenden Pegelstände zügiger an die Feuerwehren weitergegeben werden müssen.

Wolfgang Palfi, Fachbereichsleiter Einsatzleitstelle der Kreisverwaltung, will keine Kritik gelten lassen. Schon Freitagabend sei die Verwaltungsgemeinschaft über bevorstehenden Starkregen informiert worden. Das sei der übliche Alarmierungsweg in solchen Fällen. Aber auch Palfi räumt ein, dass es einerseits extrem viel Regen in relativ kurzer Zeit war und das andererseits die Wipper-Talsperre für solche Wassermengen nicht gebaut wurde.