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Besonderen Besuch aus Israel Besonderen Besuch aus Israel: Eisleber Synagogenverein erwartet Gäste

Von ronald dähnert 05.06.2014, 18:04

eisleben/MZ - Der Eisleber Synagogenverein erwartet besonderen Besuch aus Israel. Angekündigt hat sich Robert Bauchwitz, dessen Vorfahren in Eisleben ein Geschäft betrieben haben. Der Gast aus Israel soll am Abend des Pfingstmontags in der Lutherstadt ankommen.

Rüdiger Seidel, Vorsitzender des Fördervereins der Eisleber Synagoge, kann über den bevorstehenden Besuch selbst noch nicht allzu viel sagen. Bisher weiß er nur, dass sich Robert Bauchwitz bei Verwandtschaft in Halle aufhalte und unbedingt einen Abstecher nach Eisleben machen möchte.

Sicher sei bisher nur, dass Robert Bauchwitz über die Internetseite des Synagogenvereins auf Eisleben aufmerksam wurde. Dann hat er über diesen Weg auch Kontakt zu Seidel aufgenommen. Allerdings, so räumt Seidel ein, sei die Verständigung wegen sprachlicher Barrieren problematisch gewesen. Deshalb baut Seidel darauf, dass Robert Bauchwitz mit seinen halleschen Verwandten in Eisleben anreist und mit deren Hilfe dann die Verständigung klappt.

Unterdessen hat sich Seidel in die Geschichte der Familie Bauchwitz eingearbeitet. Demnach lebte in Eisleben im 19. Jahrhundert Ruben Gustaf Hirsch Bauchwitz, der 1804 in Scharnikau, dem heutigen Czarnków in Polen, geboren wurde. Zusammen mit seiner ebenfalls dort geborenen Frau Rahel betrieb er ein Konfektionsgeschäft in Eisleben am Markt 32. Dieses Geschäft übernahm in den 1880er Jahren die Familie Bernhard Gumpert. Ein anderer Zweig der Familie ist laut Seidel in Sangerhausen ansässig gewesen, wobei aus Quellen hervorgehe, dass ein Kurt Bauchwitz in Halle als Rechtsanwalt gearbeitet habe, so Seidel. Er konnte vor den Nazis fliehen und lebte bis 1974 in den USA.