Programme "Engagierte Stadt" in Dessau Programme "Engagierte Stadt" in Dessau: Hilfe für Flüchtlinge soll gebündelt werden

Dessau-Rosslau - Nicht nur bei der Betreuung der Flüchtlinge ist die Hilfe Ehrenamtlicher unverzichtbar. Ohne die vielen Freiwilligen in Organisationen oder in Privatinitiativen wären Bund, Länder und Kommunen überfordert, den großen Zustrom an Schutzsuchenden erfolgreich zu bewältigen. Daran knüpft das bundesweite Programm „Engagierte Stadt“ an. Insgesamt drei Millionen Euro stellen das Bundesfamilienministerium und sechs namhafte Stiftungen in den nächsten drei Jahren zur Verfügung, um lokale Netzwerke für das Ehrenamt zu stärken. 50 Städte sind in das Programm aufgenommen worden, darunter auch Dessau-Roßlau.
In Trägerschaft des Awo- Kreisverbandes Dessau-Roßlau wird in den nächsten drei Jahren ein ehrenamtliches Netzwerk etabliert, das sich die Integration von Zugewanderten zur Hauptaufgabe gemacht hat. 50.000 Euro stehen für das Netzwerkprogramm „Dessau-Roßlau - Eine Stadt des vielfältigen Engagements“ zur Verfügung. Am Donnerstag wurde in der Geschäftsstelle des Awo-Kreisverbandes in der Parkstraße 5 offiziell das Projektbüro eröffnet. Es wird von den Awo-Mitarbeitern Claudia Hempel, Christina Kaiser und Daniel Kutsche betreut. Gleichzeitig fand das erste Treffen mit zahlreichen Akteuren des Netzwerks, darunter Multikulturelles Zentrum, Jobcenter, Evangelische Jugendhilfe St. Johannis und inlingua Sprachschule statt, wo erste Vorhaben besprochen wurden.
Was soll mit dem Programm erreicht werden?
„Es ist schon sehr viel Know-how vorhanden. Auch gibt es sehr viele Ressourcen in unserer Stadt“, konstatiert der Initiator des Netzwerks Daniel Kutsche. Doch oft werde vieles doppelt und dreifach gemacht. Das Programm „Engagierte Stadt“ will genau da ansetzen. Vor Ort sollen Potenziale gebündelt und damit das Engagement in der Integrationsarbeit effizienter und zielgerichteter werden. Durch die Vernetzung verspricht sich das Netzwerk eine Stärkung vorhandener Initiativen. Noch bestehende „weiße Flecken“ in der Integrationsarbeit sollen abgebaut werden. Ehrenamtlern soll durch verbindliche und klare Strukturen sowie verlässliche Ansprechpartner die Arbeit erleichtert werden.
Was geschah bisher im Netzwerkprogramm?
Im Juli diesen Jahres fand ein erstes Werkstattgespräch statt, wo zahlreiche Akteure Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisierten und erste Ideen entwickelten, wie man die Integrationsarbeit besser bündeln kann. Mittlerweile gibt es eine Liste mit Anlaufstellen für potenzielle Ehrenamtliche. Auch ein Flyer mit Fragen und Antworten zur Flüchtlingskrise ist kürzlich erschienen.
Was sind die nächsten Ziele?
Die Bestandsanalyse der Integrationsarbeit wird fortgeführt. Eine vom Kooperationspartner des Programms „Vielfalt im Dialog“ des Netzwerks Gelebte Demokratie entworfene Prioritätenliste zur Flüchtlingsarbeit in Dessau-Roßlau soll zeitnah der „Arbeitsgruppe Asyl“ der Stadtverwaltung übergeben werden. Bei der Schulung Ehrenamtlicher will man beginnen, Doppelstrukturen abzubauen. (mz)