1. MZ.de
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Dessau-Roßlau
  6. >
  7. Porträt von Heinrich Peus ergänzt Nachlass im Archiv

Porträt von Heinrich Peus ergänzt Nachlass im Archiv

18.03.2009, 19:23

DESSAU/MZ/HTH. - In den 1920er und frühen 1930er Jahren war Stumpp einer der bekanntesten Pressezeichner. Mehr als 20 000 Porträtzeichnungen sind von ihm überliefert, darunter auch die des Dessauer Sozialdemokraten Heinrich Peus (1862 - 1937). Dieser gab ab 1891 das "Volksblatt für Anhalt" heraus, war Stadtverordneter, Abgeordneter im Landtag des Herzogtums und später Freistaates Anhalt (hier war er von 1918 bis 1928 auch dessen Präsident) und Reichstagsabgeordneter (1928 bis 1930).

Wie viele tausende andere Porträts auch befand sich die Zeichnung im Emil-Stumpp-Archiv in Gelnhausen, das von Stumpps Neffen verwaltet wird. Das Archiv nahm im August 2008 Kontakt mit dem Dessauer Stadtarchiv auf, erzählt Stadtarchivleiter Frank Kreißler. Da die Haushaltssituation der Stadt keinen Ankauf der Original-Lithografie zulasse, wandte sich Kreißler an den SPD-Stadtverband, der daraufhin eine Spendensammlung initiierte. "Wir hatten das Geld rasch zusammen", freut sich dessen Vorsitzender Hans Tschammer. Viele kleine und vor allem eine große Spende ermöglichten den Ankauf. Die Lithografie, so Tschammer, ergänze nun den Nachlass von Heinrich Peus im Stadtarchiv.

Der Nachlass - er umfasst zahlreiche Briefe, Fotos, Handschriften, Publikationen - gelangte 1985 ebenfalls als Dauerleihgabe in Besitz des Stadtarchivs und ist aufgelistet in 127 Verzeichniseinheiten. Der Nachlass stehe im Archiv ebenso für die Öffentlichkeit zur Verfügung wie das Peus-Porträt. Das könnte auch im Stadtgeschichtsmuseum im Rahmen von Ausstellungen gezeigt werden, sagt SPD-Stadtrat Robert Hartmann. "Denn das Museum hat kein Originalbild von Peus."

Das Stumpp-Archiv birgt noch viele weitere Zeichnungen, die mit Dessau in Verbindung stehen. Etwa die der Piloten Hermann Köhl und Karl Plauth. Auch sie seien dem Stadtarchiv zum Kauf angeboten worden, sagt Frank Kreißler.