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Maschinerie der Freundschaft

10.06.2009, 20:11

DESSAU/MZ/IHI. - Weit über 20 kleine Akteure holt Jana Eimer in ihrer Inszenierung auf die Bretter und setzt eine kleine Geschichte mit Tiefgang um, die schnell und kindgerecht erzählt ist.

Aninka und Pepicek sind die zentralen Figuren, alternierend besetzt mit Laetitia Hippe und Lea Argirov sowie Florian Leibner und Florian Ott. Überaus souverän und mit großer Spielfreude füllen in der zweiten Vorstellung am Premierentag Hippe und Leibner diese Rollen aus. Sie sind das gänzlich unbefangene Geschwisterpaar, das mit Herz und Stimme gegen die Ungerechtigkeit auf dem Marktplatz vorgeht. Der ist das Revier von Leierkastenmann Brundibár, aus dem Ron Meinhardt einen Platzhirsch mit grimmigen Blick macht. Weil aber Aninka und Pepicek durch Singen Geld verdienen müssen, um Milch für die kranke Mutter kaufen zu können, setzen sie eine Maschinerie der Freundschaft in Gang. Vogel, Katze und Hund machen ihnen Mut und eine große Kinderschar steht ihnen zur Seite.

Hier stellt der Kinderchor des Anhaltischen Theaters unter der Leitung von Dorislava Kuntscheva eindruckvoll sein hohes Niveau unter Beweis. Die jungen Sänger finden in Andreas Fellner, der die kleine Besetzung der Anhaltischen Philharmonie dirigiert, einen verlässlichen Partner, auch wenn sich das mit großer Spielfreude agierende Orchester dann und wann zu sehr über die zarten Stimmen legt. Jana Eimers Regie gibt den jungen Akteuren jede Menge kleine Spielszenen an die Hand, die die Mädchen und Jungen fordern, aber nicht überfordern. Zwei Vorstellungen gibt es noch an diesem Sonntag zu sehen, und eine Übernahme in die neue Saison dürfte nicht nur die Mitwirkenden freuen.