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Martin-Luther-Universität Martin-Luther-Universität: Mobile Experimente für den Unterricht

Von Sylke Kaufhold 23.05.2002, 15:40

Dessau/MZ. - So wie am Donnerstag könnte der Chemieunterricht immer ablaufen, finden Markus Wetzel und Dominique Lieder aus der Klasse 12b des Philanthropinums. "Es war richtig gut, dass wir so viel praktisch arbeiten konnten", sagt Dominique. Obwohl Chemie nicht unbedingt sein Interessengebiet sei, habe es ihm viel Spaß gemacht.

Die Martin-Luther-Universität Halle war mit dem "Chemo-Mobil" nach Dessau gekommen und hatte eine Menge an Experimenten mitgebracht. Die konnten sich die Schüler nach einer schriftlichen Anleitung selbst erarbeiten. "Die Erklärungen waren gut zu verstehen und man lernt eine Menge bei der praktischen Arbeit", sieht Markus Wetzel den großen Vorteil dieses Angebotes. "Dass wir hier mit Geräten arbeiten können, die sonst nicht zur Verfügung stehen, ist natürlich auch eine tolle Sache." Genau das sei vordergründiges Anliegen dieses Angebotes erklärt Projektleiter Dr. Andreas Kometz. "Wir bieten die Durchführung und natürlich die entsprechenden Unterrichtsmaterialien für Experimente an, die aus Kostengründen im Unterricht von den Schülern nicht durchgeführt werden können." Als Beispiel nannte er eine Brennstoffzelle, die etwa 500 Euro kostet. "Wenn 15 gebraucht werden, ist das eine Summe, die für die Schulen nicht bezahlbar ist."

Seit zwei Jahren reist das Projektteam der Uni Halle durch das Land, um Chemielehrer praktisch fortzubilden und die Gestaltung von praktischen Unterrichtsstunden anzubieten. 50 derartige Veranstaltungen für Lehrer und Schüler wurden im vergangenen Jahr durchgeführt, in diesem Jahr sind es bereits 25. Die Experimente werden zu bestimmten Themen, dem Unterrichtsstoff entsprechend, ausgewählt. Die Schüler des Philanthropinums experimentierten am Donnerstag zum Thema "Moderne Energietechnologie". Im Walter-Gropius-Gymnasium bereiten sich in der nächsten Woche zunächst die Lehrer auf das Thema "Computer im Chemieunterricht" vor, um es dann mit den Schülern praktisch zu erproben. Experimente werden außerdem zu den Themen Elektrochemie, Duftstoffe und Kosmetika, Kunststoffe angeboten.

"Ohne die finanzielle Hilfe des Chemiekonzerns Dow Chemical wäre dieses Projekt überhaupt nicht möglich", macht Kometz aufmerksam. 200 000 Dollar stellte das Unternehmen für zwei Jahre zur Verfügung und weitere Unterstützung in Aussicht. "Doch wir brauchen weitere Sponsoren, denn das Kultusministerium hat bisher keine Unterstützung angeboten."