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Ein «Master» und die Jagd nach dem Fuchs

Von Sylvia Czajka 24.10.2004, 16:41

Susigke/MZ. - Martin Petschel hatte es fest am Oberarm: das Objekt der Begierde: den "Fuchs". Und der war zwar zum Greifen nah, jedoch bedurfte es des Fuchses Schläue, um dem "Master", der sich auf "Sinnliche" schwang, die Trophäe im Galopp zu entreißen. Zu dieser Tat bereit waren am Sonnabend 17 Männer und Frauen hoch zu Ross, die zur 15 Fuchsjagd in Susigke auszogen.

Begleitet von 15 Gespannen auf denen Jung und Alt Platz genommen hatten, um sich dieses traditionelle Ereignis nicht entgehen zu lassen, und um den Abschied von der "grünen Saison", wie sie Roland Jungmann nennt, zünftig zu begehen.

Für Luci Hobusch war es die erste Fuchsjagd. Die 14-Jährige reitet seit vier Monaten und findet das toll. Nur in den Sattel schwang sie sich am Sonnabend noch nicht, sondern schaute sich das Spektakel vom Wagen aus an. Für Jana Riemer hingegen ist es die fünfte Jagd nach der Trophäe. Dreimal habe sie knapp das Objekt der Begierde verfehlt. Doch das Wichtigste sei eigentlich der Spaß.

Und so machten sich illustre Gesellschaft auf in die Natur. Von Susigke ging's nach Chörau bis Reppichau und wieder zurück. Für Roland Jungmanns "Legende" und "Gerrit" war das kein Problem. Die beiden Oldenburger zogen ihre Kutsche. Auf der es sich unter anderem Herbert Sebastian (72) und Helmut Naumann (66) gemütlich gemacht hatten. Beide sind schon immer dabei, wenn es heißt: In Susigke ist Fuchsjagd. Früher, da sind sie noch selbst geritten. Haben sich beim Ringreiten gemessen. Jetzt nehmen die waschechten Susigker lieber den Beobachtungsposten ein.

Der Tross der Gespanne war beachtlich. Auch der "Südstaatler", so wird Bernd Michael aus Mosigkau genannt, fehlte dieses Jahr nicht. "Erik" und "Wenke" hatte er in den frühen Morgenstunden angespannt und ab ging's. "Max" und "Clara" kamen mit Besitzer Axel Leutbecher von Kühren herüber. "Man kennt die Leute, freut sich sie wiederzusehen", erzählt er. Das mache für ihn den Reiz aus.

Einer, der sich auch mit 64 Jahren die Jagd nach dem Fuchs nicht entgehen lässt, ist Hans-Joachim Petschel. Eigentlich sitzt er schon ein Leben lang im Sattel, erzählt er. In den vergangenen zehn Jahren konzentrierte sich der Susigker, der mit dem Turniersport groß geworden ist, auf den Fahrsport. Und ist bei Landesmeisterschaften erfolgreich. Natürlich ist es für Hans-Joachim Petschel ein Muss bei der Susigker Fuchsjagd dabei zu sein. Doch beim Galopp um die Trophäe "überlasse ich der Jugend den Vorzug", meint der passionierte Reiter.

Den Fuchs des "Masters" hielt am Ende des Spektakels Marco Schoch aus Zehmigkau in seinen Händen. Und erntete dafür anerkennende Blicke der illustren Gesellschaft. Natürlich wird es auch im nächsten eine Fortsetzung der Hatz nach dem Fuchs geben. Da waren sich die Susigker einig.