Ehemaliges AOK-Gebäude Ehemaliges AOK-Gebäude in Dessau: Erster neuer Mieter eröffnet Therapiepraxis "Theraversum"

Dessau - In das ehemalige AOK-Gebäude in der Gliwicer Straße 1 ist neues Leben eingezogen. Peter Schüler eröffnete am Freitag in der zweiten Etage seine Therapiepraxis „Theraversum“.
Für den Physiotherapeuten ist es ein Umzug. Er hatte 2015 seine Praxis gegründet und betrieb diese bisher in der Kühnauer Straße auf dem Gelände des Hospiz.
„Die Räumlichkeiten dort waren zu klein geworden für den Patientenanlauf“, erklärt Peter Schüler. Und auch das Hospiz selbst habe Raumbedarf gehabt. „Das hat sich also gut gefügt“. Die Gliwicer Straße 1 hat sich der Unternehmer ganz bewusst als neuen Standort ausgesucht. „Es ist ein optisch ansprechendes Gebäude in einer tollen Lage mit guter Anbindung und Parkmöglichkeiten“, begründet er seine Wahl. Nun hofft er, dass andere Gewerbetreibende seinem Vorbild folgen und das Haus nach und nach wieder belebt wird.
Im Erdgeschoss und im Dachgeschoss sind noch Räumlichkeiten zu haben
Burchard Führer als Eigentümer des Hauses ist optimistisch, dass der Einzug des ersten Mieters eine „Initialzündung für andere“ sein wird. „Wir werden schauen, dass die Mieter zusammenpassen“, sagt er und verrät, dass bereits Gespräche mit weiteren Interessenten geführt würden.
Im Erdgeschoss und im Dachgeschoss sind noch Räumlichkeiten zu haben. Reserviert sind im Erd-und Untergeschoss Räume für die Kita „Sonnenköppchen“, die für die Zeit der Sanierung ihres Gebäudes in der Augustenstraße dort ihr Domizil haben wird.
Das Praxisdesign des „Theraversum“ entführt die Patienten ins Universum. Jeder Raum ist mit großen thematischen Wandbildern in Graffitikunst gestaltet und hat einen entsprechenden Namen. Sterile weiße Wände und abgetrennte Behandlungskabinen gibt es nicht. „Die Patienten sollen sich wohlfühlen bei uns, wir sehen nicht nur die Krankheit, sondern haben ein ganzheitliches Grundverständnis von Gesundheit, Lebensfreude und Vitalität“, erklärt Peter Schüler das Konzept. Um dies noch besser praktizieren zu können, fungiert die Praxis jetzt als interdisziplinäre Einrichtung.
Am Freitag feierte das Team mit Patienten, Ärzten und Partnern die Praxis-Eröffnung
Der Bereich der Physiotherapie wird um den Bereich der Ergotherapie ergänzt. „Dieses ganzheitliche Konzept hat mich gereizt“, sagt die leitende Ergotherapeutin Isabell Hahne. „Ich möchte meinen Patienten positive Momente vermitteln, ihr Selbstwertgefühl stärken, das wird hier auch dank der gut durchdachten Räumlichkeiten hervorragend funktionieren“, freut sie sich auf die Arbeit mit ihren vier Physio-Kollegen.
Peter Schüler hat indes schon das nächste Vorhaben im Kopf. Er will am Standort ein Fortbildungszentrum für Therapie- und Pflegeberufe etablieren. „Ein solches gibt es in unserer Region nicht, für Schulungen und Weiterbildungen müssen wir nach Leipzig oder Berlin fahren“, erzählt er. Das soll der Vergangenheit angehören. Schüler will die nötigen Räumlichkeiten schaffen und auch Dozenten akquirieren oder eigene Seminare anbieten.
Am Freitag feierte das Team mit Patienten, Ärzten und Partnern aber erst einmal die Praxis-Eröffnung. Und nicht nur Burchard Führer findet diese „absolut großartig und ausgesprochen gelungen“. (mz)
