Dessau-Roßlau Dessau-Roßlau: Sich mit anderen Augen sehen

DESSAU/MZ. - Die eigene Arbeit zu präsentieren, ist schwieriger als gedacht. Das wissen Katja Rittel und ihr Team seit den Vorbereitungen zum fünfjährigen Bestehen ihrer interdisziplinären Frühförderstelle (Difa). "Wir wollten für die Jubiläumsfeier unsere Arbeit lebendig darstellen", erzählt die Einrichtungsleiterin. Wie das aber am wirkungsvollsten geschehen könnte, das wussten die Therapeutinnen nicht so wirklich. Schließlich holten sie sich Hilfe beim Offenen Kanal.
Geschäftsführerin Edith Straßburger und Auszubildende Maria Kahler waren fortan die Partner an ihrer Seite. Sie entwickelten ein Konzept für ein komplettes Projekt für die Öffentlichkeitsarbeit der Difa. Die angehende Film- und Videoeditorin erstellte für die Jubiläumsveranstaltung zunächst kleine Filmbeiträge aus den Therapiestunden aller Kolleginnen. Von dem Ergebnis ist Katja Rittel begeistert. "Damit wird vieles wunderbar veranschaulicht, was man mit Worten gar nicht so beschreiben kann." Sie würden das Material künftig für die Präsentation vor neuen Kooperationspartnern oder auch für Eltern verwenden, um ihnen zu zeigen, wie mit ihrem Kind gearbeitet wird. "Dies ist wirklich ein Geschenk für uns", strahlt Rittel, für die die Erarbeitung dieses Filmbeitrages auch einen wichtigen Lerneffekt hatte. "Wir haben unsere Arbeit mal aus einem anderen Blickwinkel, sozusagen von außen, betrachtet. Und ich habe gelernt, wie aufwändig eine derartige Filmproduktion eigentlich ist und sehe jetzt auch diese Arbeit mit anderen Augen."
Maria Kahler hat nicht nur die Filmschleifen für die Jubiläumsveranstaltung erstellt, sondern während dieser auch Interviews mit Katja Rittel, einer Kindergartenleiterin, einer Kinder-und Jugendpsychotherapeutin und Frühförderfamilien geführt. Daraus schneidet sie einen fünfzehnminütigen Kurzbeitrag, der die Arbeit der Difa zusammenfassend darstellt.
Auch die beiden Bürgerarbeiter des Offenen Kanals, Andrea John und Thomas Kerl, waren in das Projekt involviert. Sie standen das erste Mal allein hinter der Kamera und schnitten den Festvortrag Katja Rittels mit, den sie außerdem für die spätere Ausstrahlung im Offenen Kanal bearbeiteten. "Es war aufregend", erinnert sich Andrea John an ihre Feuertaufe, und Thomas Kerl staunte insbesondere, wie anders der Blick durch den kleinen Monitor der Kamera doch sei. Von ihren ersten Monaten als "Filmemacher" sind beide begeistert.
"Es ist abwechslungsreich und unheimlich interessant", schwärmt Thomas Kerl. Dabei war die Tätigkeit für beide völliges Neuland. Insbesondere der Umgang mit der Technik. "Man kann alles lernen", war das Motto Andrea Johns, die stolz berichtet, dass sie sich inzwischen mit der Kamera gut eingefuchst habe. Und schon steht für beide das nächste Projekt auf dem Plan: Eine Präsentation über das vielfältige Leben hinter der Fassade des Schwabehauses.
Sendetermine des Veranstaltungsmitschnitts zum fünfjährigen Difa-Bestehen: 9. bis 15. Mai; das Difa-Kurzporträt zeigt der Offene Kanal vom 16. bis 22. Mai. Sendezeiten sind täglich um 10, 14, 18 und 22 Uhr.