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Dessau-Roßlau Dessau-Roßlau: Kinder bauen an Dessopolis

Von CARLA HANUS 24.06.2011, 19:02

DESSAU-ROSSLAU/MZ. - Der Kinderbeauftragte Sachsen-Anhalts ist überzeugt: "Dessopolis ist eine Erfolgsgeschichte und die Kinder wollen diese Stadt." Zwar habe er sich die bisherigen Kinderstädte in Dessau noch nicht ansehen können, doch im vorigen Jahr sei er in Magdeburg gewesen, erzählt Gerd Keutel, und dort habe er in der Kinderstadt in der Landeshauptstadt Dessauer Kinder getroffen. Wenn Kinder bis nach Magdeburg fahren, weil es Dessopolis 2010 nicht gab, dann zeige das die Anziehungskraft dieses Projekts, sagt Keutel.

Diese soll die Stadt für Sieben- bis 14-Jährige vom 4. bis 10. August wieder unter Beweis stellen. Zum vierten Mal organisiert der Verein Punkt Dessopolis, zum zweiten Mal wieder auf dem Gelände der Pestalozzischule.

Projektmanagerin Anja Günther freut sich, dass Dessopolis nach einem Jahr Pause wieder errichtet wird. Viele Kinder und Eltern hätten im vorigen Jahr bedauert, dass es diese Ferienfreizeit nicht gab. In diesem Jahr will der Verein das Vorhaben mit Kooperationspartnern, mit Paten und mit Hilfe zahlreicher Förderer wieder stemmen. Knapp 100 000 Euro müssen zusammenkommen, erklärt Günther. 8 000 würden an dieser Summe noch fehlen. "Es können Patenschaften über die Häuser übernommen werden und das Geld für die Farben zur Verfügung gestellt werden", nennt sie ein Beispiel, wie Unterstützung für das Projekt aussehen könnte. Außerdem nimmt der Kinderladen in der Kavalierstraße, den Dessopolis-Kinder ausgestaltet haben, Tonerkartuschen oder Tintenpatronen an. "Wir haben herausgefunden, dass es dafür Geld gibt, deshalb sammeln wir."

Zu den Partnern gehört die Sparkasse Dessau, die am Donnerstag den Kooperationsvertrag unterzeichnet hat. Die Sparkasse fördere Kunst-, Kultur-, Sport- und Jugendprojekte in der Stadt und sie fördere und statte gern auch die Kinderstadt aus, versicherte Vorstandsmitglied Konrad Dormeier. Als Pate fungiert neben dem sachsen-anhaltischen Minister Norbert Bischoff und der Sängerin Annemarie Eilfeld das Städtische Klinikum, dessen Ärztlicher Direktor angetan ist von dem, was der Verein Punkt auf die Beine stellt. Vielleicht würden aus den Kindern mal Sparkassendirektor, Oberbürgermeister oder Bundeskanzler, meinte Joachim Zagrodnick.

Für den 16-jährigen Felix wird Dessopolis zur Premiere, obwohl er schon von Anfang an mit dabei ist, dreimal bereits an der Stadt mitgebaut hat. Nun kehrt er als Mitarbeiter zurück. "Ich will mal wissen, wie das als Betreuer so ist", begründet Felix seine Entscheidung, "und nebenbei etwas Geld verdienen." In einem Seminar hat er sich mit den anderen Helfern auf diese Aufgabe vorbereitet. Übrigens können sich noch Jugendliche melden, die die Kinder in ihrer Stadt betreuen wollen, wirbt Projektleiter Heiko Bergt um Interessenten.

Überhaupt gibt es in diesem Jahr eine langfristige Einstimmung auf die einwöchige Kinderstadt. Im Kinderladen in der Kavalierstraße treffen sich regelmäßig Jungen und Mädchen und beraten, was sie in der einen Woche im August alles brauchen. Mit Studenten der Hochschule aus dem Fachbereich Kommunikationsdesign haben sie zum Beispiel die Häuser und Einrichtungen entworfen, die dann aufgebaut werden sollen. "Es sind ganz viele schöne Häuser entstanden", schwärmt Dessopolis-Kind Marnie von dieser Aktion, die außerdem noch "ziemlich lustig" war. Während Mitstreiterin Anna berichtet, dass sie auch einen Stadtplan und die diesjährige Währung entwickelt haben.