Bauhaus kulinarisch Bauhaus kulinarisch in Dessau: Farben, Formen und Gerichte von damals neu interpretiert
Dessau - Ein Geburtstag ohne Gaumenfreuden ist undenkbar. Wenn ein Jubiläum - ein 100-jähriges sogar - das ganze Jahr gefeiert wird, dann braucht es viele kulinarische Leckerbissen.
Dessaus Gastronomen, Konditoren und Bäcker haben deshalb die Geheimnisse der Bauhausküche erkundet und sie zeitgemäß interpretiert. Das Ergebnis: Brote, Nachtische, Kuchen, Hauptgerichte in den Bauhausfarben und -formen mit innovativem Geschmack. Bauhaus eben.
Maßgeblich beeinflusst hatte das Bauhaus die Gastronomie der Stadt damals nicht. Während die Bauhausmeister die gute Küche liebten, Paul Klee gar als Gourmet bezeichnet werden kann, wie seinen Tagebuchaufzeichnungen zu entnehmen ist, war bei den Schülern des Bauhauses eher Schmalhans Küchenmeister.
Butterbrote und Buttermilch kamen bei ihnen oftmals auf den Tisch. Für alle hatte Essen und Trinken aber eine große kommunikative Bedeutung. Mahlzeiten in großer Runde, bei der diskutiert, gelacht und gespeist wurde, waren wichtiger Bestandteil des Lebens der Bauhäusler.
Festplatte 5.0
Diesen „Geist des Bauhauses“ will Tobias Felger seinen Gästen nahe bringen, wenn sie die „Festplatte 5.0 oder Gerichte, die Itten noch kreieren wollte“ in seinem Restaurant bestellen.
Bauhaus-Burger
Phantasievoll hat Andreas Strömer von der Firma „Fleischwolf“ einen Bauhaus-Burger kreiert. Wohl wissend, dass es in den 1920er Jahren dieses beliebte Fastfood noch nicht gab. Für die Bauhausfarben schwarz und rot griff der Gastronom tief in die kulinarische Trickkiste. Medizinische Kohle nämlich färbt die Burgersoße schwarz. „Das ist nicht gefährlich, sondern sehr gut verträglich“, nimmt Strömer Bedenken. Gesund auf den ersten Blick hingegen ist das Rot des Burger-Brötchens - es wird mit Roter Beete eingefärbt.
Bauhaus-Brot
Bäckermeister Oliver Schieke und der Wörlitzer Gastronom Stefan Ziegler haben sich dem beliebten Butterbrot gewidmet. Schieke kreierte ein Bauhaus-Brot - mit ursprünglichem Waldstaudenroggen und einem Schuss Buttermilch - gebacken in den klassischen Bauhausformen Kreis, Dreieck, Quadrat. „Mit Schmalz und Gurke wird es außerdem noch typisch anhaltisch, das passt also doppelt“, findet Schieke.
Bauhaus-Butterbrot
Modern interpretiert - mit Kalbsschnitzelroulade, knusprigem Blumenkohl und Tomatenchutney - hat Stefan Ziegler das Bauhaus-Butterbrot. Zwar liege das „Zieglers“ nicht in Dessau, „aber wir sind das Dessau-Wörlitzer Gartenreich und gehören zusammen. Ich denke, dass sich das Bauhausjubiläum auch bei uns widerspiegeln sollte“.
Gerichte à la Paul Klee
Gerichte à la Paul Klee wird Hannes Schatz ab August im Hugos Steakhaus servieren. „Ich habe sie modernisiert“, erzählt der Küchenchef. Nachtisch war nicht nur bei Klee sehr beliebt.
süßen Köstlichkeiten à la Bauhaus
Den süßen Köstlichkeiten à la Bauhaus hat sich Konditormeister Hendrik Fuchs verschrieben.
Eine kulinarische Bauhaus-Entdeckungsreise lohnt sich also. Elf Angebote hat die Stadtmarketinggesellschaft in einem Flyer „Bauhaus & Kulinarik“ zusammengefasst. „Es können gerne mehr werden“, lädt Maren Springer-Hoffmann weitere Unternehmen ein, dabei zu sein. „Wir aktualisieren unseren Flyer gern.“ (mz)