Zweiter Dükerturm schmückt Zufahrt
Bitterfeld/MZ. - Als Vereinsvorsitzender Gerhard Liehmann den symbolischen Schlüssel an Bürgermeister Werner Rauball übergab, betonte er: "Es gab ein Ziel, eine Idee und einen Besessenen - Joachim Hofmann." Der habe das Projekt vorangetrieben, Sponsoren geworben.
Mit einem Blick auf die Tafel der Sponsoren, die die Sanierung des ersten Dükerturms, die Rekonstruktion der Station II sowie den Bau des Schwibbogens an der B 100 ermöglicht haben, erklärte Hofmann stolz: "Jetzt werden wir diese Tafel erweitern müssen." So viele hätten Herz für Bitterfeld gezeigt, sagte er.
"An der Gestaltung der Bergbaufolgelandschaft haben wesentlich die Bergleute, die hier oft als Landschaftszerstörer gelten, gearbeitet", so Hofmann. "Entstanden ist etwas sehr Schönes, Attraktives." Das wünschten sich die Bergleute auch für die Bitterfelder Innenstadt. "Damit die Jugend bleibt und die Leute gerne hier wohnen. Wir Bergleute wollen den Bürgermeister gern unterstützen."
Nach zwei Jahren Vorbereitung ist der Dükerturm in sechs Monaten errichtet worden. Das Projekt, in das rund 30 000 Euro investiert worden sind, ist von der Arge über so genannte Ein-Euro-Jobs unterstützt worden. Zehn seit längerem Arbeitslose haben den Turm gebaut. "Alle aus dem Fach", wie Stephan Kreße sagt. "Man freut sich schon, wenn was fertig ist", meint er mit Blick auf den wunderschönen Turm.
Die Freude trübt jedoch ein Wermutstropfen: Für die Männer war mit der Übergabe am Dienstag ihr befristeter Job beendet. "Ein blödes Gefühl, klar", sagt Ulrich Rudolf. Während sein Kollege Frank Riegel hofft, wieder etwas Neues zu finden, rechnet sich der 55-Jährige nur ganz geringe Chancen aus. "Mit 55 ist die Tür zu. Und vor mir haben sich schon viele Türen geschlossen", sagt er.
Der Verein der Bitterfelder Bergleute besteht seit zwölf Jahren. Er hat heute über 100 Mitglieder, zumeist ehemalige Bergleute aus dem Bitterfelder Revier.