Philatelie und Gartenreich Philatelie und Gartenreich: Aus Wörlitz kommen historische Exponate
Wörlitz/Dessau/MZ. - Jüngster Höhepunkt dieser Kette war die Herausgabe einer Briefmarke mit dem Motiv des Wörlitzer Parks.
Wie vom Wörlitzer Peter Reschke, dem Chef der Gräfenhainichener Briefmarkenfreunde, zu erfahren war, hatte es Thomas Weise übernommen, den Anteil an der Ausstellung zu gestalten, der aus der Parkstadt zu sehen sein wird. Laut Weise sind die 24 gerahmten Blätter im A 4-Format unter der Überschrift "Postalische Impressionen aus Wörlitz" zusammenzufassen.
"Ich habe versucht, aus jeder Epoche bestimmte markante Dinge zu zeigen", so der frühere Vorsitzende des Briefmarkenvereins Wörlitz auf Anfrage der MZ. Folglich sind zum Beispiel ein Übereignungsbrief des Fürsten Franz von Anhalt-Dessau über den Verkauf einer Wiese und eine zu DDR-Zeiten herausgegebene Fünf-Pfennig-Marke zum Landschaftspark in enger Nachbarschaft zu bewundern. Dazu gesellen sich noch Telegramme sowie historische Ansichts- und Paketkarten, die Weise zum Teil von langjährigen Philatelisten seiner Heimatstadt erhielt, um mit ihnen die Postgeschichte im Winkel anschaulicher machen zu können.
Sehr zur Freude der Spezialisten Mehldau und Till wird die Hallenser Grafikerin Hannelore Heise, deren Entwurf letztlich das Rennen in diesem Jahr machte, zur Eröffnung der Ausstellung um 11 Uhr persönlich anwesend sein. Zudem fruchteten die Mühen der Ausstellungsmacher, dem Publikum die sechsfach vergrößerten "Konkurrenzmarken" im Original zu zeigen.
In knappen Texten erläutern ihre jeweiligen Schöpfer, warum sie sich mit welchen Mitteln dem Thema näherten. "So wird ein breites Spektrum unterschiedlichster Herangehensweisen sichtbar", meinte Till. Dies sei auf jeden Fall auch für Nicht-Philatelisten von speziellem ästhetischem Reiz. Zumal einfühlsame Landschaftsaufnahmen des Gartenreiches von den Dessauern Dorothea und Günter Sprengel den Genuss erhöhen.
Der unbestrittene Clou sind natürlich die zu den übrigen Ausstellungsstücken passenden aufeinander abgestimmten Briefmarken-Exponate: Unmittelbar neben der von Mitarbeitern der Deutschen Post AG betriebenen Sonderpostfiliale bietet der Briefmarkenverein Waggonbau Dessau einen mit der neuen Briefmarke versehenen Sonderumschlag an, dessen Zudruck das Luisium zeigt. Zu erwerben sind auch mehrere unterschiedlich frankierte Karten. Bei ihrem Zudruck handelt es sich um das im Wörlitzer Park gelegene Nymphäum. Es ist kein Zufall, dass dieser Zudruck und die neue Briefmarke den gleichen Stil aufweisen - beides sind Gemälde des Dresdner Malers Christian August Günther aus den Jahren 1793/94.
Für die so genannte Frankatur scheute Vereinschef Klaus Mehldau übrigens keinen noch so großen Aufwand bei der Beschaffung: Ziert das Weimarer Goethe-Schiller-Denkmal die eine Markenkollektion, ist auf der anderen Sachsen-Anhalt mit seinem Wappen abgebildet. Von beiden stehen je 500 Exemplare zur Verfügung, die ihren vollen Wert erst in Verbindung mit dem von den Philatelisten entworfenen und beantragten Sonderstempel entfalten. Weist sein Text auf die Ausstellung hin, stellen die Logos den Bezug zum UNESCO-Welterbe und zur Kulturstiftung DessauWörlitz her. Nutzen wird die Veranstaltung auch die Gesellschaft der Freunde des Dessau-Wörlitzer Gartenreichs. Nicht nur, dass ihr Geschäftsführer Werner Mommert die Vergrößerung von Fotos aus dem Bestand der Kulturstiftung übernahm, die zum Beispiel ans bunte Treiben am Wörlitzer Schloss im Rahmen der Übergabe der Ernennungsurkunde im August vergangenen Jahres erinnern. Darüber hinaus will die Gesellschaft weitere Mitglieder werben, indem sie in den angebotenen Sonderumschlag der Philatelisten eine gesonderte Karte einlegt.
Summa summarum ist die Ausstellung also eine ausgezeichnete Gelegenheit, einem lieben Menschen eine Freude zu machen und ihn mit einem Sonderumschlag oder einer Karte - als kleine Aufmerksamkeit zum Pfingstfest oder als freundlichen Gruß aus Dessau - zu überraschen.