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Bitterfeld-Wolfen greift nach den Sternen Mitarbeiter aus dem Rathaus werden Models - „So eine Aktion traut sich kaum eine Stadt“

Von Frank Czerwonn Aktualisiert: 13.08.2021, 09:42
Birgit Tietz und Axel Tittel zeigen das Motiv mit den Stadt-Mitarbeitern und ihren bunten Sternen.
Birgit Tietz und Axel Tittel zeigen das Motiv mit den Stadt-Mitarbeitern und ihren bunten Sternen. (Foto: André Kehrer)

Wolfen/MZ - Nachwuchssorgen - damit kämpfen Unternehmen, Handwerker, aber auch die Verwaltungen der Kommunen. Fachleute sind rar. Und der demografische Wandel verschärft die Lage zusätzlich. Auch im Rathaus von Bitterfeld-Wolfen gibt es offene Stellen. Statt trockene Stellenausschreibungen zu veröffentlichen, geht die Stadt nun einen neuen Weg: Sie startet die Kampagne: „Nach den Sternen greifen“.

Doch was als aufgepeppte Stellenoffensive vorgesehen war, hat sich zu einer kleinen Imagekampagne entwickelt. „Wir haben überlegt, wie wir junge Leute, aber auch Experten mit Berufserfahrung auf uns und unsere Jobangebote aufmerksam machen können“, sagt die Projektverantwortliche Birgit Tietz. Denn die Erfahrung zeige, dass man mit normalen Ausschreibungen nur wenige potenzielle Bewerber erreiche. „Zudem wissen viele nicht, welche vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten die Stadtverwaltung bietet oder glauben, dass sie eh keine Chance haben.“

Designer Axel Tittel von der Firma Paartoo Design, mit dem die Stadt seit Jahren zusammenarbeitet hatte schließlich die Idee mit den Sternen - und dass Mitarbeiter der Stadt in der Kampagne auftauchen sollten. „Sie sind ja potenzielle künftige Kollegen und Kolleginnen der Jobsucher und wissen, wovon sie reden.“

Sterne symbolisieren einen Traum oder ein Ziel, das man verwirklichen will

Die Sterne symbolisieren einerseits einen Traum oder ein ehrgeiziges Ziel, das man verwirklichen will. Andererseits tauchen sie im Stadtlogo mit dem Bitterfelder Bogen auf. Tittel hat deshalb diese Sternform in 3D aus Plastik gefräst und in den fünf Farben des Logos lackiert. Mit denen agieren nun auf Fotos städtische Mitarbeiter. Die Umfrage im Rathaus, wer mitmachen will, stieß auf überraschend große Resonanz. Am Ende gab es mehr Bewerber als die benötigten acht.

Sie symbolisieren nun die Vielfalt der Bereiche: Ob Sportstättenwart, Sachbereichsleiterin Steuern, Mitarbeiter des Ordnungsamts, Kollegin der Pressestelle, Feuerwehr-Führungskraft oder Azubi - sie alle machen mit. Bei einem Foto-Shooting, das schon im März unter strengen Corona-Auflagen im Konferenzraum des Rathauses stattfand, entstanden die Aufnahmen der Kampagne. „Ich war total überrascht, wie motiviert und einfallsreich die Mitarbeiter waren, um das Motto spielerisch umzusetzen. Die hatten echt Lust dazu“, sagt Tittel und lobt die Stadt für ihren Mut. „So eine Aktion in dieser Qualität - das traut sich kaum eine andere Stadtverwaltung.“

Auf der Internetseite der Stadt ist die neue Optik sehr präsent. Auch Anzeigen werden geschaltet. Gerade erst mit zehn Stellenangeboten gestartet, gibt es schon mehrere Reaktionen. „Wir wollen die Seite immer aktualisieren und attraktiv halten“, sagt Tietz. Ein weiteres Shooting im nächsten Jahr sei nicht ausgeschlossen.