Mit Rollstuhl auf den Bogen
Bitterfeld/MZ. - Neun 13-jährige Mädchen und Jungen der Dessauer Schule sind am Donnerstag als Tester für den Internationalen Tag der Barrierefreiheit, der am 3. Dezember begangen wird, in Bitterfeld unterwegs gewesen. An drei Stationen - dem Bitterfelder Bogen, dem Passagierschiff "Vineta" und dem Spielplatz an der Villa am Bernsteinsee - haben sie geprüft, ob es stimmt, dass die Anziehungspunkte wirklich barrierefrei sind. Ihr Urteil: Bis auf den Spielplatz mit dem Kiesbett sind sie es.
Für Robert Weber und Paul Handschke ist die schräge Rampe am Schiff trotz allem kein Hindernis. "Auch wenn das hier ein bisschen steil ist", meint Paul, "haben wir noch kein Schiff erlebt, wo das so toll geregelt ist - und wir waren schon auf einigen. Die Gänge sind breit genug. Und die Toilette, das ist wohl schon geplant, soll noch umgebaut werden." Auch die geh- und die sehbehinderten Schüler finden keine Hürde. Das Urteil freut Kapitän Peter Vester. Die Rampe, sagt er, wird nächstes Jahr sowieso neu gebaut - flacher. "Mit der ,Vineta' wollen auch Behinderte fahren, daran muss man denken, wenn man sowas anbietet", stellt Hartmut Dornheim, stellvertretender Schiffsführer, fest und hilft den Jungen wieder an Land.
Prima geklappt hat auch der Aufstieg zur Plattform des Bitterfelder Bogens. "Die schrägen Auffahrten sind nicht steil. Das ist gut zu schaffen", urteilt Paul. Nur der Weg vom Auto bis zum Bogen - der war von den Jungs allein noch nicht zu bewältigen gewesen. Die Gestaltung des Umfeldes des Bogens ist noch nicht beendet, klärt Klassenlehrerin Kerstin Bunge ihre Schüler auf.
Nicht ganz so gut fällt das Urteil über den Spielplatz an der Villa aus. Zu erreichen, darin sind sich alle einig, ist er prima. Aber dann kommt die Hürde: Kies. Damit haben die Rollstuhlfahrer ein Problem, das Gefährt bleibt stecken. "Siehste Robert, da lässt sogar du nach", ruft ihm Paul hinterher. Um wieder auf den festen Weg zu kommen, springt Steve zur Hilfe heran. "Allein kommt man hier nicht mehr raus", keucht er als er seinen Freund im Rollstuhl vom Spielplatz schiebt. In der Schule, erklärt er, sind auf dem Spielplatz Gummiplatten ausgelegt. "Da ist das kein Problem." Die sehbehinderten Schüler indes haben nichts zu beanstanden. Die Farben der Spielgeräte, über die sie sich orientieren, sind gut gewählt und auch verteilt. "Die Kontraste sind prima, die Stufen sind orange - also das ist gut."