Koloss von Wolfen Koloss von Wolfen: Fünftonner aus Stahl für Wolfens Rathaus

Wolfen - Das ist der Koloss von Wolfen: ein Wesen aus fünf Tonnen Stahl. Diese Figur, die der Wolfener Raik Dalgas geschaffen hat, hat drei Jahre Arbeit intus. Am Sonnabend wird er sie gegen 17.30 Uhr im Innenhof des Wolfener Rathauses an den Campusverein übergeben.
Künstler hat drei Jahre zugeschnitten und geschweißt
Nach drei Jahren, in denen der 41-Jährige entworfen, zugeschnitten und geschweißt hat, ist ein sieben Meter hoher und rund fünf Tonnen schwerer Roboter, der gänzlich aus Stahl besteht, entstanden. Nach eigenen Recherchen sei dieses Kunstwerk das größte seiner Art in Deutschland, erzählt Raik Dalgas.
„Eigentlich sollte die Skulptur Lea heißen, was ausgesprochen Lern- und Erlebniswelt Anhalt bedeuten soll“, erzählt er. Da dieser Name aber schon vergeben war, habe er aus der Not eine Tugend gemacht: Kurzerhand hat er den zweiten Buchstaben rumgedreht. Nun heißt sein Kunstwerk L3A.
Statik des Kunstwerkes musste stimmen
Die lange Bauzeit erklärt der Wolfener damit, dass vor allem die Statik des riesigen Kunstwerkes stimmen muss. „Man kann solch ein schweres Teil nicht so einfach in die Landschaft stellen“, erklärt er und zeigt auf das Betonfundament, das rund drei Meter in die Tiefe geht und der Skulptur den nötigen Halt gibt. So seien von der Projektentwicklung bis zur Fertigstellung immerhin drei Jahre vergangen.
„Wenn ich jetzt die Skizze und das fertige Werk nebeneinander halte, ist L3A etwa 100 mal größer als der Entwurf“, beschreibt er die gewaltigen Dimensionen. Wie viele Stunden Arbeit in der Plastik stecken, vermag der Künstler nicht zu sagen.
Arme und Beine wurden direkt vor Ort angeschweißt
Die großen Teile sind in seinem Atelier entstanden, Arme und Beine wurden dann direkt vor Ort angeschweißt. Bei Stahlplatten von 0,5 bis zwei Millimeter Stärke sei das schon eine gehörige Portion Arbeit gewesen. „Den größten Teil der Arbeit habe ich ganz alleine erledigt, dennoch haben viele Freunde mitgeholfen.“ Auch beim Aufbau war kräftezehrende Handarbeit gefragt. Nur den riesigen Kopf, in den von der Größe her etwa 1 000 Menschenköpfe passen würden, habe man mit einem Kran auf den Torso heben müssen.
„Wenn alles nach meinen Vorstellungen geklappt hätte, wäre der Roboter schon im vorigen Jahr übergeben worden“, blickt Dalgas zurück und nennt dazu ein markantes Datum.
Dalgas war vor 30 Jahren auf der "Messer der Meister von morgen"
„Am 16. April vor genau 30 Jahren habe ich zum ersten Mal auf der ,Messe der Meister von morgen’ einen Roboter gebaut, der aber wesentlich kleiner gewesen ist“, erinnert er sich. Das sei so etwas wie die Geburtsstunde der Arbeiten an großen Plastiken gewesen. Doch nicht nur mit großen Teilen beschäftigt sich der Wolfener, auch die filigrane Malarbeit an Bildern liegt ihm. Dass diese Bilder dann in den Abmessungen schon etwas größer ausfallen, meint er, liege in der Natur der Sache, meint er lachend.
„Bei mir ist alles etwas größer und ich schaffe Dinge, die andere so nicht bauen“, so der Künstler, der damit Aufsehen erregen und zugleich den Roboter als Hinweis auf andere Kunst betrachten wissen will. „Wer meinen L3A sieht, soll auch zum Betrachten der anderen Kunst animiert werden.“
(mz)