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Judo, Regionalliga Judo, Regionalliga: Saisonziel verfehlt

Von Thomas Tominski 12.05.2002, 14:35

Wittenberg/MZ. - Nach der Schluss-Sirene des letzten Kampfes schauten die Regionalliga-Judokas des SV Grün-Weiß Piesteritz ein wenig deprimiert aus ihren weißen Kampfanzügen. Olaf Rodewald lief mit einem Eisbeutel auf dem Bauch durch die Halle und kühlte sich eine angebrochene Rippe, Abteilungsleiter Burkhard Halbenz stellte enttäuscht fest, dass es den Gastgebern nicht gelungen sei, zum Saison-Finale bestes Team Sachsen-Anhalts zu werden.

Coach Klaus Fasbender hatte nach den Niederlagen gegen Grün-Weiß Dresden (3:4) und FSV Magdeburg (1:5) als Erster die Fassung wieder gefunden und zog stellvertretend ein nüchternes Fazit: "Wir haben unser Saisonziel mit Platz sieben klar verfehlt. Positiv ist nur, dass meine Schützlinge die Liga gehalten haben. Doch im nächsten Jahr haben wir weniger Besetzungsprobleme und werden Richtung Play-Offs angreifen."

Zur Erklärung: Bei den Grün-Weißen fehlten gegen Dresden und Magdeburg mit Manfred Sturz, Andreas Voss und Oliver Pittelkow drei schwere Jungs. Olaf Rodewald (bis 100 Kilogramm Körpergewicht), Mirko Danzer sowie Florian Bob (beide über 100 kg) "opferten" sich freiwillig für diese Gewichtsklassen, hatten jedoch gegen Schwergewichtler vom XXL-Format keine Chance. In der nächsten Serie werden Sturz, Ronny Taraks und Matthias Kern als Gaststarter dieses Problem beheben.

Gegen die Sachsen lagen die Piesteritzer schnell 0:3 zurück. Martin Lommert (73 kg) verlor mit einer kleinen Wertung, Rodewald und Danzer machten schnell Bekanntschaft mit der Matte. Die ersten Zähler für den Gastgeber holten Tilo Frisch (60 kg) und Frank Nitzel (90 kg). Letzterer übte mit dem Dresdener Heiko Cudok das Einmaleins der Bauernrolle, Frisch war während der gesamten Kampfzeit der aktivere Athlet. Die Chance, den Spieß zu Gunsten seines Teams noch umzudrehen, vergab Denis Janocha (81 kg). Nach 13 Sekunden wurde er von André Hennig perfekt ausgekontert. Maik Scharlipp (66 kg) machte anschließend mit Lars Rudolf kurzen Prozess und holte den dritten Zähler für den SV Grün-Weiß.

In der zweiten Begegnung gegen die Mannschaft aus der Landeshauptstadt gingen die Hausherren vor etwa 50 Zuschauern in der Turnhalle "Pappelbrücke" durch Martin Lommert in Führung. Der Magdeburger Ralph Müller zog sich nach einem Zusammenprall eine Verletzung an der Augenbraue zu und gab auf. Rodewald erwischte es Sekunden später. Mit einer heftigen Handbewegung Richtung Mattenleiter zeigte er es an: Rippe angeknackst. Kontrahent Jörg Schenke hatte danach leichtes Spiel und setzte zum Hüftwurf an.

Auch Florian Bob geriet gegen Steffen Segler (FSV) schnell auf die Verliererstraße. Aus dem Schwitzkasten seines Gegners gab es kein Entrinnen; nach dem Handschlag auf den Rücken stand der Gewinner fest. Frisch und Scharlipp unterlagen danach mit kleinen Wertungen, Nitzel wurde von Gordon Heiber (FSV) flach gelegt, Janocha ergatterte gegen Uli Scholz ein Unentschieden.

Fasbenders Schlusswort: "Piesteritz haben heute die entscheidenden Leute im Schwergewicht gefehlt. Dieses Manko war einfach zu groß für uns."