Jubiläumsstadtfest Jubiläumsstadtfest: Besucher stürmen Altstadt
Wittenberg/MZ. - In freudiger Erwartung pilgern ganze Generationen zum Jubiläumsstadtfest. Bevor sie in das bunte Treiben eintauchen können, ist an einem der Einlasspunkte erst einmal Endstation. Wer im Kostüm kommt, darf kostenlos das Tor passieren. Sylvana Voigt hat von 10 bis 22 Uhr die Kontrolle in der Elbstraße übernommen, um ihren Beitrag zum Fest zu leisten, wie sie sagt. Nicht alle Besucher bezahlen den Eintritt kommentarlos. Der Begriff von "modernen Raubrittern" macht die Runde. Sylvana Voigt bemüht sich um Höflichkeit. Eine Rabattdiskussion ist bei ihr sinnlos: "Ich habe die Preise nicht gemacht."
In den historischen Straßenschluchten, am Markt und im Schlossbereich pulsiert das Leben. Zeitweise schiebt sich der Besucherstrom nur zentimeterweise an bunten Ständen, Gauklern und Musikern vorbei. Bei Postkartenwetter und angenehmen Sommertemperaturen kommen vor allem die Eisverkäufer ins Schwitzen. "Wir sind zum ersten Mal hier. Das wird bestimmt nicht unser letzter Besuch sein. Das Fest ist wunderbar. Mir fehlen die Worte. Wittenberg ist wunderschön", lobt Karin Huster, die mit einem gemischten Chor aus Ramlingen in Niedersachen an die Elbe gefahren ist. "Das Angebot ist so vielfältig, dass man nur schwer einen Überblick bekommt." Und plötzlich wird eine Idee geboren. Im nächsten Jahr, so der Tenor, könne man sich doch an der Gestaltung des Programmes beteiligen.
René Gutheil aus Hildesheim macht auf einer Fensterbank eine Verschnaufpause. In seinem Arm schläft Töchterchen Christin (2). "Ich besuche regelmäßig meinen Schwager in Wittenberg. Besonders zu Volksfesten fahre ich gerne mit meiner Familie her. Das Stadtfest gefällt mir immer wieder gut, weil die Umsetzung stimmt." Doch es gibt nicht nur lobende Worte. Einige Wittenberger kritisieren die Kommerzialisierung mit zu vielen "normalen" Verkaufsständen wie zu einem gewöhnlichen Wochenmarkt. Giovanni Mangione, der wie zu jedem Stadtfest extra aus Saarbrücken angereist ist, um Sohn Stefano vom Eis-Caffé "Dolce Vita" zur Hand zu gehen, würde sich hingegen neue Impulse für das Programm wünschen, damit es "irgendwann nicht langweilig wird."
Jubel, Trubel, Heiterkeit gehen auch in den Abendstunden weiter. Das mittelalterliche Lager auf der Schlosswiese oder die diversen kulturellen Veranstaltungen ziehen die Menschen wie ein Magnet an. Alle die, die bis Mitternacht durchhalten, werden belohnt. Ein prächtiges Höhenfeuerwerk über den Elbwiesen sorgt für einen glanzvollen Abschluss.