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Industrie- und Filmmuseum Wolfen Industrie- und Filmmuseum Wolfen: Foto-Ausstellung zeigt die Landschaften Israels

Von christine Krüger 24.09.2013, 18:40
Interessante Aufnahmen von Landschaft und Vogelwelt entführen die Betrachter nach Israel. Dort fotografierten Karola und Günther Röber.
Interessante Aufnahmen von Landschaft und Vogelwelt entführen die Betrachter nach Israel. Dort fotografierten Karola und Günther Röber. Th. Ruttke Lizenz

Wolfen/MZ - Von den Golanhöhen zum Roten Meer sind Günther und Karola Röber unterwegs gewesen. Ihre Reisen haben sie in unzähligen Fotos festgehalten. Ein Teil davon ist jetzt im Industrie- und Filmmuseum Wolfen zu sehen. Im Vordergrund stehen - wer Günter Röber kennt, weiß es - Naturaufnahmen. Der einstige Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Bitterfeld ist Ornithologe aus Leidenschaft. Seine Frau Karola teilt sein Hobby.

So ist es nicht verwunderlich, dass sie beide sich einen gemeinsamen Traum erfüllten: Sie folgten den Zugvögeln Mitteldeutschlands in ihr Winterquartier und an die bekannten Rastplätze in Israel. Dort entstanden die Aufnahmen von den Landschaften und den Tieren.

Günther Röbers Augen leuchten, wenn er davon berichtet, wie gut in Israel Umweltbildung organisiert ist. Im staatlichen Naturschutzgebiet im Hula-Tal zum Beispiel kann man sehr nahe an die Vogel-Rastplätze herankommen. „Tausende Vögel sind dort in dem Gebiet, von dem schon in der Bibel als dem fruchtbaren Land gesprochen wird. Durch so genannte Ablenkfütterungen werden sie von den Feldern fern gehalten. Das geht inzwischen schon so weit“, erzählt er lachend, „dass die Kraniche dort bleiben und gar nicht mehr bis Afrika fliegen, Störche auch. Die sagen sich wahrscheinlich: So bequem wie hier ist’s nicht gleich wieder woanders.“

Geier auf den Golan-Höhen

Auch auf den Golan-Höhen sind wunderbare Bilder gelungen. Dort leben vor allem große Kolonien von Geiern. „Man kann den Geiern in den Horst gucken“, sagt er mit leuchtenden Augen. Da kann sich Röber freuen wie ein Kind. Und diese Freude, diese Begeisterung, die teilt sich dem Betrachter mit. Das Schöne ist, die Fotografen konnten mit ihrer Kamera sehr weit an die Tiere heran. Die Fluchtdistanz der Tiere, erklären die Hobby-Ornithologen, ist hierzulande weitaus größer als in Israel. Bis zu fünf Meter konnten sie sich beispielsweise an den Fischadler heranpirschen. „Der Tisch ist dort mehr als reich gedeckt und die Jagd ist verboten“, so Röber.

In den Geier-Kolonien indes haben die Röbers auch ganz seltene Exemplare gesehen. Den Gleit-Aar zum Beispiel, der groß ist wie ein Turmfalke und „wunderschöne diamantrote Augen“ und zartes, hellgraues Gefieder hat. Zu den seltenen Schönheiten am Toten Meer indes gehört der Spint - ein zierliches, grasgrünes Vögelchen. Auch der Bienenfresser ist in der Ausstellung zu sehen - der ist auch hierzulande kein Unbekannter. Er hat zwar im Vogelparadies an der Goitzsche keine Kolonie, aber während der Zugzeit, sagt Röber, rasten Bienenfresser durchaus hier. Und wer großes Glück hat, kann eventuell mal einen erblicken.

Röbers Bilder füllen zwei Räume

Von den Golanhöhen zum Roten Meer - das sind natürlich auch viele Landschaftsaufnahmen. Landkarten markieren die jeweiligen Gebiete und Städte, um die es geht, und bieten so quasi eine Orientierungshilfe. Beeindruckend die Aufnahmen von Eilat - der schönsten Stadt auf der Reiseroute, wie Karola Röber findet. Hinter der Stadt beginnt die Felslandschaft des Sinai.

Nicht weniger beeindruckend sind die Aufnahmen aus einem Wadi, einem ausgetrockneten Flusstal im Wüstengebiet. Nur nach starkem Regen führen die Wadis Wasser. Und siehe da: Die Wüste beginnt dann zu leben. Für eine kurze Zeit nur, aber dafür ist die Blütenpracht erstaunlich. Zwei Räume im Industrie- und Filmmuseum haben Karola und Günther Röber mit ihren großformatigen und interessanten Fotografien, denen ein sensibler Blick vorausgegangen ist, gefüllt. Unterstützt hat das Projekt das israelische Unternehmen ICL Industrial Products, das im Chemiepark angesiedelt ist.

Viele Störche haben hier ihr Paradies gefunden.
Viele Störche haben hier ihr Paradies gefunden.
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