Hilfe für verliebte Kröten
Burgkemnitz/MZ. - An diesem kühlen Morgen finden sie nur wenige Tiere, was mit den niedrigen Temperaturen in der vergangenen Nacht zu tun hat. Überhaupt liegt die Natur in diesem Frühling zwischen drei bis vier Wochen in ihrer Entwicklung zurück, schätzt Röber ein, und so hat die Krötenwanderung in diesem Jahr deutlich später als 2005 eingesetzt.
Die Wanderung, so weiß Röber, wird durch die innere Uhr der Tiere sowie die Außentemperaturen gesteuert und beginnt in der Regel, wenn die Nachttemperaturen fünf Grad überschreiten. Dann geraten Erdkröten, Frösche und andere Amphibien in Hochzeitsstimmung. Sie machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern, wo sie selbst geboren worden. Die Erdkröte kann dabei bis zu zwei Kilometer zurücklegen. Nicht selten kommen die kleineren Männchen sogar per "Huckepack" auf dem Rücken der laichwilligen Partnerin daher. Da ihre Routen nicht selten von Straßen gekreuzt werden, werden viele Tiere überfahren. Alle Jahre wieder. Untersuchungen haben ergeben, dass schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde 90 Prozent der wandernden Erdkröten überfahren werden. Die Tiere sind vor allem in den Abend- und Nachtstunden unterwegs.
Die Krötenzäune, ob temporär oder stationär, sollen die Tiere bei der Frühjahrswanderung von den Winterquartieren zu den Laichgewässern schützen. Im Landkreis Bitterfeld, so berichtet Röber, gibt es drei stationäre Schutzzäune. Diese befinden sich an der B 183 zwischen Rösa und Schwemsal, an der Grube Hermine sowie an der Ortsumgehung Zörbig vor Radegast. Die Absperrung an der Untermühle ist eine vorübergehende Barriere, die schon seit Jahren aufgestellt und kontrolliert wird. Die Funde werden protokolliert. "Wir stellen nur Krötenzäune auf", so sagt Röber, "wenn wir sicher sein können, dass sie auch betreut werden." Ansonsten werden die Absperrungen zur ökologischen Falle."
Während Günther Röber das sagt, trägt seine Tochter die gefundenen Kröten und Frösche in einem Eimer über die Straße. Sie werden im Untermühlenteich ausgesetzt, wo sie ihre Nachkommen zeugen werden.
Weitere Infos unter www.Nabu.de/kroetenwanderung